Umstrittene Sperrung

Am Nürnberger Nägeleinsplatz: Wann öffnet wichtiger Rad- und Fußweg wieder?

Max Söllner
Max Söllner

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28.9.2022, 16:13 Uhr
Der gesperrte Fuß- und Radweg von der Hallerwiese aus gesehen.

© Sebastian Müller, NNZ Der gesperrte Fuß- und Radweg von der Hallerwiese aus gesehen.

Seit April 2022 gestaltet der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) den Nägeleinsplatz am Rande der Altstadt um. Wie berichtet sorgte die damit verbundene Sperrung des vielbefahrenen Rad- und Fußweges zwischen Hallerwiese und dem Maxplatz in der Altstadt für Aufsehen. Einerseits, weil das an der Baustelle gelegene Lokal "Schnepperschütz" seine Existenz bedroht sah. Andererseits, weil Radler und Fußgänger seitdem den Altstadtring oberirdisch entlang enger und steiler Wege queren müssen.

Letzteres wird ihnen noch bis Ende Dezember nicht erspart bleiben. Sör zufolge sei geprüft worden, ob die Sperrung vorzeitig aufgehoben werden kann. "Dies ist allerdings nicht möglich", wie es nun in einer Mitteilung heißt. Begründet wird diese Entscheidung wie folgt: "Eine vorzeitige Öffnung für den Fuß- und Radverkehr würde aufgrund der notwendigen weiteren Absicherung der laufenden Bauarbeiten einen zusätzlichen Gefahrenpunkt im Verkehrsgeschehen entstehen lassen und die Bauarbeiten verzögern." Umleitungsempfehlungen seien weiterhin ausgeschildert.

Funde, Lieferprobleme und Leitungen

Derzeit läuft die erste Bauphase der Nägeleinsplatz-Sanierung, die laut Sör den westlichen Platzbereich sowie den Hallertorhof und den Kettensteg umfasst. Sie soll bis Ende Dezember abgeschlossen sein. Insgesamt lägen die Arbeiten im Zeitplan, dennoch seien unvorhersehbare Verzögerungen aufgetreten, unter anderem weil historische Tonscherben, Wegebeläge und Mauerfundamente gefunden wurden. Lieferprobleme hätten dafür gesorgt, dass die Schlosserarbeiten am Hallertorhof und für den Biergarten in Verzug seien. "Zusätzlich stellte sich heraus, dass sämtliche Versorgungsleitungen des Restaurants am Kettensteg erneuert werden mussten", so die Behörde weiter.

Jetzt im September und Oktober wird der Nägeleinsplatz mit Asphalt sowie Pflaster an den Maxplatz angeschlossen. "Auch diese Arbeiten werden archäologisch und, wie in der Altstadt üblich, durch den Kampfmittelräumdienst begleitet", schreibt Sör. Zudem sollen am Wehrhaus die Oberflächen der bestehenden Wege entfernt werden. Auf der unteren Terrasse am zukünftigen Wasserzugang werden Belage, Treppen und Stützmauern angelegt sowie in Sachen Hochwasserschutz vorgesorgt.

Zwei weitere Bauphasen

Zum Abschluss des ersten Bauabschnitts werden nach Angaben von Sör noch Gehölze im Hallertorhof gepflanzt und ein Fahrradunterstand auf dem Nägeleinsplatz aufgestellt. In den kommenden Jahren geht der Platzumbau dann so weiter: 2023 ist der Bereich Weinstadel an der Reihe - der zweite Bauabschnitt.

Statt durch die Unterführung müssen Radler und Fußgänger den vielbefahrenen Altstadtring derzeit oberirdisch queren.

Statt durch die Unterführung müssen Radler und Fußgänger den vielbefahrenen Altstadtring derzeit oberirdisch queren. © Sebastian Müller, NNZ

Voraussichtlich ab 2024 folgt der östliche Platzbereich sowie das Areal rund um die Maxbrücke. Jedoch hängt dieser dritte und letzte Bauabschnitt davon ab, wann die am Nägeleinsplatz gelegene Wehranlage fertig wird. Und dafür ist nicht Sör, sondern ein privater Investor verantwortlich, wie es in der Mitteilung heißt.

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