Angriff: Hacker nehmen Aktivisten gegen Rechts ins Visier

Sabine Stoll
Sabine Stoll

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22.2.2020, 06:00 Uhr

350 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich aktuell auf der Internetseite verewigt – von der Steiner Bürgergemeinschaft bis zur Klima-Liste in Erlangen. Sie bekennen sich zu ihrer Verantwortung, für eine weltoffene und friedliche Gesellschaft einzutreten. Sie erklären ihre Bereitschaft zur Diskussion, "unsere Offenheit hat jedoch klare Grenzen im Fall von Rassismus und damit der Verletzung der Menschenwürde".

Wo immer "Rassisten und Rassistinnen der AfD den Sprung in die Kommunalparlamente schaffen sollten, haben sie mit einer klaren und starken Ablehnung ihrer menschenfeindlichen Politik zu rechnen", sagt Stephan Doll, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus. Doch die Kampagne finden offensichtlich nicht alle gut. "Der Erfolg unserer Kampagne hat wohl rechte Gruppierungen sehr beunruhigt", meint Doll. Denn der dazugehörige Internetauftritt war für einen Tag komplett lahmgelegt. "Die Seite wurde aktiv gehackt", sagt Doll. Das habe man in den ganzen zehn Jahren des Bestehens der Allianz noch nicht erlebt, dass eine Seite "gekapert" wurde. Doll vermutet einen Angriff von Rechts. Er will zur Polizei gehen und Anzeige erstatten.

Datenbank läuft wieder

Zum Glück habe die beschädigte Datenbank schnell repariert werden können, fährt er fort. Nun könnten sich Bewerberinnen und Bewerber für die Kommunalwahl wieder unter www.wer-demokratie-waehlt-keine-rassisten.de eintragen.

Eine erste Zwischenauswertung der Allianz zeigt übrigens, dass Grüne und SPD am aktivsten sind. Rund 34 Prozent der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner treten für die Öko-Partei an, 31 Prozent für die SPD. Es folgen mit etwas Abstand Kandidatinnen und Kandidaten der Linken und der Steiner Bürgergemeinschaft. CSU-Vertreter rangieren mit knapp zwei Prozent unter ferner liefen.

"Bei einigen Parteien ist noch Luft nach oben", sagt Doll. Er hofft, dass es bis zur Kommunalwahl 500 Unterschriften werden.

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