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Aus für grüne Oase: Lederer Kulturbrauerei macht dicht

Zukunft des Areals im Nürnberger Stadtwesten ist unklar - Stadt berät sich - 11.12.2018 12:22 Uhr

Biergarten im Grünen: Die Lederer Kulturbrauerei an der Sielstraße schließt im Frühjahr. Die Stadt will die alten Bäume aber auch bei einer anderen Nutzung erhalten.

© Foto: Marie Zahout


Im Juli vergangenen Jahres schreckte eine Nachricht den Stadtrat auf: Der Eigentümer des Geländes zwischen Bärenschanz-, Siel- und Reutersbrunnenstraße, die Münchner Inka Holding, plante, das Grundstück komplett zu bebauen. Für die 0,6 Hektar große Grünfläche im südwestlichen Bereich mit dem alten Baumbestand hätte dies das Aus bedeutet. Das wollte die Stadtverwaltung aber auf keinen Fall hinnehmen. Auch die Räte sprachen sich im letzten Sommer für einen Erhalt der Bäume aus.

Inzwischen sei man in guten Gesprächen mit dem Eigentümer, sagt Siegfried Dengler, Leiter des Stadtplanungsamts. Ein städtebaulicher Wettbewerb sei in Vorbereitung, der die Bebauungsmöglichkeiten in dem Bereich außerhalb der Grünfläche untersuchen und optimieren soll. Derzeit läuft zudem ein Bebauungsplanverfahren. "Ziel ist, dass am Ende die Bäume gesichert werden", sagt Dengler. Im besten Fall im Konsens mit der Inka Holding.

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Von dort gibt es nach mehrmaliger Nachfragen nur eine knappe Mail: "Leider können wir zur späteren Nutzung des Areals noch keine Auskunft geben. Das Baurecht wird momentan zusammen mit der Stadt Nürnberg und den Nachbarn entwickelt", schreibt einer der Geschäftsführer, Martin Leibhard. Was der Eigentümer dort nun plant, ist nicht zu erfahren.

Klar ist aber hingegen, dass das Gastronomenehepaar Krestel – mal wieder – zu neuen Ufern aufbricht. Großveranstaltungen wie das Bardentreffen oder das Norisringrennen haben sie zu ihren besten Zeit bewirtschaftet, erzählt Karl Krestel. Die letzte große Herausforderung sei 2013 die Übernahme der gewesen. "Das sind allein 600 Sitzplätze im Lokal, 500 im Biergarten und 1000 im Selbstbedienungsbereich", sagt der 67-Jährige.

Nach fünf Jahren läuft der Pachtvertrag nun wie geplant Ende April 2019 aus. Es habe mit der Inka Holding Gespräche gegeben, diesen zu verlängern. "Aber das wollen wir nicht mehr in dieser Größenordnung", sagt Krestel. "Wir machen jetzt noch mal was in kleinerem Ausmaß. Was genau, wird aber noch nicht verraten."

Sanierungsarbeiten im Marientorzwinger

Der wird es jedenfalls nicht, sagt Fred Höfler. Für Krestel habe er eine andere "kleine, sehr prominente Gaststätte" – mehr will aber auch der Tucher-Chef nicht verraten.

Den denkmalgeschützten Marientorzwinger hat die Brauerei von der Stadt gepachtet. Zuletzt hatte das Lokal eine Tochter der Enchilada-Gruppe betrieben. "Aber das lief wohl nicht so wie gedacht", sagt Höfler. Heute sei es schwer, Personal für die Gastronomie zu finden. Zudem seien im Marientorzwinger die Wege von der Küche aus lang, was für die Mitarbeiter eine zusätzliche Anstrengung bedeute.

Auf der Homepage des Restaurants schreiben die Betreiber hingegen: "Für uns war allerdings der langfristige wirtschaftliche Betrieb des Marientorzwingers aufgrund der notwendigen Großinvestitionen bei gleichzeitig kurzer Mietdauer, die durch den Vermieter vorgegeben ist, nicht darstellbar."

"Meines Wissens ist das aber nie passiert"

Höfler sagt: "Wir hätten das Lokal gleich wieder verpachten können." Erst soll nun aber die Küche saniert werden. Die Decke des darunterliegenden Antiquariats samt Café sei oft feucht, deshalb müsse im Boden der Restaurantküche sogar der Estrich herausgerissen werden.

Die Zwingerbar, die mehr als zwei Jahre lang aufwändig renoviert worden war, sollte Ende 2017 wieder aufmachen. "Meines Wissens ist das aber nie passiert", sagt Höfler. Auch hier war die Enchilada-Gruppe der Pächter. Der Brauerei-Chef sucht nun nach einer "gesunden, ganzheitlichen Lösung. Es soll kein Schnellschuss werden." Tucher könne sich vorstellen, das Restaurant und die Bar wieder zusammen zu verpachten, doch auch eine Trennung sei denkbar. "Es kommt aufs Konzept an." Die Eröffnung ist auf jeden Fall für das kommende Frühjahr geplant.

Judith Horn

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