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Aus für Nordanbindung: König will Bäume erhalten

OB-Kandidat der CSU rückt von umstrittenem Straßenbauprojekt ab - 17.07.2019 18:30 Uhr

3,5 km Gesamtstrecken, 1180 m Tunnel, 58 Mio. Euro Kosten. Das sind die Eckdaten der geplanten Nordandbindung.


SPD und Grüne sind ohnehin entschiedene Gegner des Bauvorhabens, nun sagt sich mit Marcus König erstmals ein prominenter CSU-Vertreter von der Trasse, wie sie bislang geplant war, los.

Der OB-Kandidat der Christsozialen sagt im NN–Podcast Horch amol: "In der Zeit, in der Bäume sterben, weil sie zu wenig Wasser haben, macht es doch keinen Sinn, weitere Bäume absichtlich zu fällen. Es ist die Zeit, Bäume zu pflanzen."

Die entsprechende Episode von "Horch amol" finden Sie hier

Käme die Nordanbindung, wie sie im Planfeststellungsverfahren von der Regierung von Mittelfranken genehmigt wurde, müssten nahe Buchenbühl wohl Tausende von Bäumen gefällt werden. Ein solcher Eingriff in den Baumbestand sei nicht zeitgemäß und somit auch nicht zu vertreten, so König.

Horch amol – Der NN-Podcast, Folge 74: Ein "digiloger" König

Damit positioniert sich der 38-Jährige abermals als ökologisch denkender Christsozialer. Er war auch einer der Ersten aus der CSU, der das mittlerweile Gesetz gewordene Volksbegehren "Rettet die Bienen" mit seiner Unterschrift unterstützt hat.

Voll untertunnelt?

König kann sich allenfalls eine voll untertunnelte Abfahrt von der A3 bis zum Flughafen vorstellen.
Diese Idee dürfte allerdings nicht finanzierbar sein. Bislang war immer die Rede von einer Untertunnelung des Flugfeldes, ansonsten wäre die Trasse oberirdisch mitten durch den Reichswald verlaufen. Seit langem spricht sich der Bund Naturschutz vehement gegen einen solchen Eingriff aus.

Die Regierung von Mittelfranken hatte das Projekt zwar grundsätzlich genehmigt, vor einem möglichen Baubeginn allerdings die vollständige Reinigung des teilweise durch Löschschaumrückstände verseuchten Bodens im Flughafen-Areal gefordert. Nach wie vor gibt es keinen verlässlichen Zeitplan für das Beseitigen dieser Umweltsünde. OB-Kandidat König geht von mindestens acht Jahren aus.

Weil der Bund als Bauherr der Trasse auftreten würde, könnte der Stadtrat das Projekt zwar nicht verhindern. Doch ein Baubeginn ohne eine Zustimmung der Kommunalpolitik wäre sehr ungewöhnlich und somit kaum vorstellbar. Derzeit liegt das Vorhaben auf Eis, in einem Moratorium sprach sich eine breite Mehrheit der Stadträte dafür aus, erst die Beseitigung der Umweltschäden abzuwarten. Königs Aussagen lassen nun darauf schließen, dass die Nordanbindung dauerhaft zu den Akten gelegt wird.

Den Podcast "Horch amol" finden Sie auf unserem Online-Angebot unter www.nordbayern.de/horchamol
NN-Chefredakteur Michael Husarek und Online-Chef Matthias Oberth debattieren in der aktuellen Folge mit Marcus König über dessen kommunalpolitische Vorstellungen. Der Podcast kann zudem unter dem Suchbegriff "Horch amol" sowohl im Musikdienst Spotify als auch im
iTunes Store abgerufen werden.

MICHAEL HUSAREK

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