"Amtlich zertifizierter Monsterbass"

Bass-Massaker in Nürnberg: Musik lässt Polizei-Bildschirm flackern - Autofahrer gestoppt

Tobi Lang
Tobi Lang

Redakteur

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5.10.2022, 07:22 Uhr

© Präsidium Mittelfranken

Eigentlich waren die Polizisten in ganz anderer Sache am Frauentorgraben unterwegs. Der Bass, der durch die Innenstadt Nürnbergs dröhnte, war für die Streife aber nur schwer überhörbar. "Massiv" sei er gewesen, teilt das zuständige Präsidium Mittelfranken mit. Und zwar so, dass "die Schallwellen durch unsere beiden Kollegen körperlich wahrgenommen wurden". Sogar der Bildschirm des Fahrzeuges zeigte nur noch Störlinien an. "Auf den Ablagen im Fahrzeug liegende Gegenstände wie ein Kugelschreiber vibrierten deutlich hörbar", heißt es.

Zeit einzugreifen, fanden zumindest die Polizisten - und stoppten einen Autofahrer, der eindeutig die Quelle des Lärms gewesen sei. Der Mann gab sich nicht nur geständig, sondern auch reuig. Die Musik habe im Inneren des Wagens nicht so laut gewirkt, gab der Bass-Liebhaber an. Zwar, so die Polizei, gab es keine technischen Mängel an dem Auto. Ärger droht dem Fahrer aber dennoch.

"Amtlich zertifizierter Monsterbass"

Der Mann muss für sein Bass-Massaker 160 Euro Bußgeld zahlen. Warum? Laute Musik ist im Auto ist zwar nicht verboten. Verkehrsteilnehmer müssen aber jederzeit die Umgebungsgeräusche wie etwa Hupen oder Martinshörner der Polizei wahrnehmen können - sonst droht eben eine Strafe.

Angemessen findet das nicht jeder. Unter dem Facebook-Post des Präsidiums Mittelfranken sammelt sich etwas Kritik an dem Bußgeld. "Das erinnert mich an meine Jugend, wir waren doch alle mal jung", schreibt etwa eine Kommentatorin. Vor allem sorgt der Post aber für viel Gelächter. Ein Facebook-User schreibt: "Mozart sagte damals schon, dass erst wenn der Subwoofer die Katze inhaliert, der Bass richtig kopuliert." Und ein anderer meint: "Durch diesen Bußgeldbescheid amtlich zertifizierter 'Monsterbass'."