Bei Stefano Nucci liegt eine Kamera immer in Reichweite

Fotografiert auch schöne Frauenbeine: Stefano Nucci.

Fotografiert auch schöne Frauenbeine: Stefano Nucci. © Stefan Gnad

Sozialfotografie ist das Thema des Italieners, den es Ende 1985 der Liebe wegen nach Franken und Nürnberg verschlug. Als gelernter Werbefotograf arbeitete er anfangs für die freien Theatergruppen der Stadt, bevor er in einem kleinen Fotostudio anheuerte. Als das nicht mehr so recht lief, öffnete er sein eigenes Atelier.

Verkauf von Möbeln

Auch, wenn Stefano Nucci sein Geld heute überwiegend mit dem Verkauf von edlen italienischen Holzmöbeln verdient (www.arte-povera.de), so hat ihn die Fotografie nie losgelassen. Hinter dem großzügigen Verkaufsraum in der ehemaligen Metallwarenfabrik Karl Mahr findet sich sein Studio. Eine Kamera liegt immer in Griffweite.

Es sind die einfachen Menschen, die den Mann aus Siena («Hochzeit, Konfirmation, Portrait, Passfoto – mach’ ich alles!») interessieren – und das, was sie tun. Ob Arbeiter in einer Fabrik (1986 in der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg, «damals kriselte es schon») oder hübsche Passantinnen in Strumpfhosen (die Serie «moda88»): Nucci ist dicht dran und mit seinen Kameras (analog und digital) am liebsten mitten im Geschehen. «Als ich 1986 für ein Magazin in den Schweizer Alpen eine große Reportage über das Leben auf einer Alm gemacht habe, war ich selbstverständlich auch beim Käsemachen mit dabei!» Als im November 1989 in Berlin die Mauer fiel, war Stefano Nucci ebenfalls mit der Kamera auf den Straßen und später immer wieder auf den Polenmärkten am Potsdamer Platz unterwegs.

Herz hängt an Draufzahlgeschäft

Auch wenn Stefano Nuccis Alltag sich am meisten um Möbel dreht, seine Fotografie ist ihm nach wie vor ganz wichtig. «Diese ganzen Kunstgeschichten sind unterm Strich natürlich immer ein Draufzahlgeschäft. Aber das Herz hängt dran. Deshalb bin ich auch bei den nächsten Gostenhofer Ateliertagen von 16. bis 25. Oktober wieder mit dabei!» (Infos und Kontakt: www.nucci.de)

Seine KulTour-Tipps: Stefano mag die Open-Air-Filmnächte im Stadtteilzentrum Desi, Brückenstr. 23, die bis 29. August laufen (www.desi-nbg.de). Eine prima Pizza macht laut dem begeisterten Hobbykoch («das beste italienische Essen kriegen sie bei mir, hahaha!») «La Fabbrica» in der Oberen Kanalstraße 25. Ansonsten ist er gerne in seinem Wahl-Heimatstädtchen Altdorf unterwegs – und empfiehlt dort die Sport Bavaria-Bar und die Kult-Kinokneipe Graffiti.