Betreutes Wohnen für die Stadttauben in Nürnberg?

3.12.2013, 12:00 Uhr
Tauben haben nicht viele Freunde - und schon gar nicht in der Innenstadt, wo die

Tauben haben nicht viele Freunde - und schon gar nicht in der Innenstadt, wo die "Ratten der Lüfte" unkontrolliert ihren Dreck hinterlassen. (Symbolbild) © Colourbox.com

Der ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger fordert von der Stadt eine wirksamere „Bestandsregulierung der Taubenpopulation“ in Nürnberg. Verkotete Gebäude und Balkons sowie die Unsicherheit in der Bevölkerung über Gesundheitsgefahren nennt der Lokalpolitiker in einem Antrag an den Umweltausschuss des Stadtrats als Gründe für seinen Vorstoß.

„Um dem Problem wirksam zu begegnen, reicht das in Nürnberg geltende Taubenfütterungsverbot allein nicht aus“, ist er überzeugt. Ihm schwebt eine wirksame „Geburtenkontrolle“ durch Taubenhäuser und kontrollierte Fütterungsplätze vor, so wie sie alle paar Jahre immer wieder in die Diskussion gebracht wird. Zudem sollten die Bürger beraten werden. Schrollinger verweist auf ein Konzept des Vereins „Menschen für Tierrechte“.

Das Umweltreferat hält von dem Vorschlag nichts. Das würde bedeuten, dass zahlreiche Taubenschläge zu errichten seien, in denen sie nisten und brüten könnten, mit Futter, Vitaminpräparaten und Wasser versorgt sowie tiermedizinisch betreut würden. Die Gelege müssten dann im großen Umfang gegen Gipseier ausgetauscht werden.

Kein Geld von der Stadt

Das Umweltreferat beruft sich auf den Schweizer Biologen und „Taubenpapst“ Daniel Haag-Wackernagel, der eine Regulation des Gesamtsbestands über die Eierentnahme für unmöglich halte. Allein die Reduzierung des Futterangebots helfe, die Stadttaubenpopulation zu mindern, so die Einschätzung des Fachmanns.

Es seien auch nicht genügend ehrenamtliche Betreuer in der Stadt, die sich um die aufgestellten Taubenhäuser dann kümmern könnten. Daher, so stellt das Umweltreferat klar, werde es dafür in Nürnberg kein städtisches Geld geben. „Die Errichtung von Taubenhäusern ist nur dann von Nutzen, wenn andernorts auf das untersagte Füttern verzichtet wird.“ Hier blieb bisher aber letztlich noch jeder Vorstoß ohne Erfolg.

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