BN-Spitzenfrau geht

8.7.2006, 00:00 Uhr
Therese Mayerle

Therese Mayerle

Am Dienstag soll bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der oder die erste neue Vorsitzende nebst Vorstand gewählt werden. Eigentlich ist die 3500 Mitglieder starke Organisation bereits seit April ohne Chefin. Für die meisten Mitglieder unerwartet trat Therese Mayerle unmittelbar nach der Jahreshauptversammlung zurück.

«Der Zeitpunkt hat uns überrascht“, gesteht Geschäftsführer Wolfgang Dötsch. Damit hatte keines der Mitglieder gerechnet, selbst engere Freunde nicht. Bis zur Neuwahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin leitet die Diplom-Betriebswirtin jedoch noch kommissarisch die Kreisgruppe.

Eine interne Kandidatenliste existiert bereits im Vorstand. Doch wer das ist und welche Aufgaben im neuen Führungsgremium wie verteilt werden, weiß auch der Geschäftsführer nach eigenen Angaben noch nicht. Als aussichtsreicher Aspirant wird in BN-Kreisen aber Schatzmeister Günther Raß gehandelt. Für die scheidende Chefin, die für ihr Umweltengagement bereits 2003 mit der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg ausgezeichnet wurde, hat Dötsch nur lobende Worte übrig. «Sie hat unsere Organisation vorbildlich geführt“, nimmt er eine Laudatio bereits vorweg. Es finde sich in Bayern kaum eine Kreisgruppe, in der sich der oder die Vorsitzende so viel Zeit nimmt wie Mayerle. «Sie war fünf Tage in der Woche präsent, obwohl dies ein Ehrenamt ist“, betont Dötsch.

1985 begann ihre Mitarbeit im BN-Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit, von 1988 bis l992 war Mayerle Mitglied des Kreisvorstandes, seit 1990 ist sie Leiterin des Arbeitskreises Stadtökologie und seit 1992 erste Vorsitzende. Sie gründete die Projektgruppe »Straßenbäume«, unterstützte die Stadt beim Aufbau der «Lokalen Agenda 21“ und arbeitet in mehreren Projektgruppen mit.

Am Dienstag verabschiedet sich die Vorsitzende bei der Mitgliederversammlung mit einem Rück- und Ausblick. Im Gespräch mit der Lokalredaktion gibt sie «persönliche Gründe“ und die hohe Belastung für den Rückzug an. Über die Entscheidung habe sie lange nachgedacht. Der richtige Zeitpunkt sei erst mit der Jahreshauptversammlung gereift.

«Es gibt kein Zerwürfnis“, betont sie, was auch andere Mitglieder bestätigen. Sie hänge noch immer am Verband, wolle aber wieder mehr inhaltlich arbeiten, weniger administrativ.