Bündnis Nazistopp warnt: Corona-Leugner drohen mit Krieg

3.5.2021, 05:49 Uhr

Anlass ist eine Veröffentlichung der "Querdenker"-Organisation mit dem Namen "Querdenken 911 Nürnberg" auf ihrer Facebook-Seite, in der angebliche "Veteranen der Bundeswehr und der NVA" verkünden, man habe sich zusammengeschlossen, um sich künftig "bei Demos friedlich in die erste Reihe zwischen Demonstranten und Polizei zu stellen".


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Das Bündnis Nazistopp, das sich nach dem Aufmarsch von 1500 Neonazis am 1. Mai 2008 gegründet hat, um extrem rechte Aktivitäten in Nürnberg und der Region zu verhindern, ist alarmiert. Denn die "Veteranen"-Gruppe kündigte auf ihrem Internet-Kanal Telegram an: "Wir sind im Krieg". Bereits zwei Tage nach der Gründung Ende April zählte diese Gruppe rund 12.000 Mitglieder.

Massives Drohszenario

Während "Querdenken 911 Nürnberg‘" auf ihren derzeit im Stadtgebiet verteilten Flyern betone, man bestehe aus Demokraten und sei "ausnahmslos friedlich", baue man auf dem Internetkanal ein massives Drohszenario auf, schreibt das Bündnis, in dem sich Vertreter von Gewerkschaften, Parteien und auch kirchlichen Gruppen zusammengeschlossen haben.

Tatsächlich gehe es bei den "Veteranen" um extrem rechte Umsturzversuche, wie man sie im Sommer 2020 mit dem Sturm auf den Reichstag erlebt habe. Seit vergangener Woche beobachtet der Verfassungsschutz die Querdenker- und Coronaleugner-Bewegung. Grund sei eine demokratiefeindliche und sicherheitsgefährdende Entwicklung, heißt es intern.


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Abstruse Nachrichten

Unter den Querdenkern befinden sich auch Verschwörungstheoretiker. Eine Nachricht, die in der "Veteranen"-Gruppe geteilt wurde, hat etwa diesen abstrusen Inhalt: "Zum klaren Verständnis der Rechtslage: seit dem 13.3.2020 ist Deutschland wieder militärisch voll besetzt, die sogenannte BRD-Regierung wurde mit Datum vom 03.04.2020 abgesetzt. Am 1.04.2020 wurde durch den US-Botschafter Grenell das Kriegsrecht verkündet. Aufgrund der ohnehin schon vorhandenen Corona-Panik und anderen sehr wichtigen Umständen wurde das noch nicht der Öffentlichkeit bekannt gegeben."