Queere Community

Bunte Parade: So läuft der CSD Nürnberg in diesem Jahr

NN-Redaktion Gesellschaft
Anette Röckl

NN-Redaktion Gesellschaft

E-Mail

9.7.2021, 11:59 Uhr
Die Regenbogenfahne als Flagge der queeren Community: Beim Christopher Street Day wird sie wieder vielzählig in Nürnberg zu sehen sein.

© Wolfgang Kumm, dpa Die Regenbogenfahne als Flagge der queeren Community: Beim Christopher Street Day wird sie wieder vielzählig in Nürnberg zu sehen sein.

Die Planungen für den Nürnberger CSD laufen auf Hochtouren. Zwar wird es aufgrund der Pandemie-Situation auch dieses Jahr noch kein „regulärer CSD“ sein können, aber dennoch lässt die aktuelle Corona-Situation schon deutlich mehr als letztes Jahr zu, freut man sich beim Förderverein Christopher Street Day (CSD) Nürnberg.

Pride Weeks und Parade

Den Auftakt machen die so genannten "Pride Weeks": Vom 22. Juli bis zum 8. August gibt es über zwei Wochen lang ein buntes, unterhaltsames, aber auch politisches Mitmach-Rahmenprogramm. Über 40 Veranstaltungen warten auf die LSBTIQ*- Community und alle Interessierten des Großraums Nürnberg-Fürth-Erlangen. Vom Regenbogen-Picknick oder Prosecco-Tasting über Kultur-Veranstaltungen bis hin zur Motorrad-Ausfahrt. Alle Informationen dazu gibt es online. Das Programm wird ständig aktualisiert und gegebenenfalls neuen Bedingungen angepasst.

Die Haupttage des Nürnberger CSD sind der 7. und 8. August. Während letztes Jahr kein Zug durch die Stadt möglich war, sind diesmal in Abstimmung mit der Stadt Nürnberg eine Demo, Infostände und ein Abschluss-Programm auf der Wöhrder Wiese geplant. Die Programmpunkte finden natürlich unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln statt, betonen die Organisatoren.


CSD während Corona: Nürnberg hisst die Regenbogenfahne


Der bunte Demozug durch die Stadt findet am Samstag, 7. August, statt, ohne Fahrzeuge, aber mit zahlreichen Fußgruppen von Vereinen, Institutionen, Firmen und Privatpersonen. Startpunkt und Uhrzeit sowie weitere Details werden auf der Homepage des CSD bekannt gegeben. Einzelpersonen und Gruppen bis fünf Personen können ohne Anmeldung mitlaufen.

Auf der östlichen Spitze der Wöhrder Wiese (bei der Unterführung zum Wöhrder See) wird es am 7. und 8. August dann ein zweitägiges kleines CSD-Finale mit einem Bühnenprogramm geben. Wegen der Pandemie wird es in einem abgesperrten Bereich als geschlossene Veranstaltung ablaufen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt, Tickets gibt es auf der Homepage. In direkter Nähe finden sich viele Infostände der regionalen LSBTIQ*-Vereine, Einrichtungen und Netzwerke. Sie sind - ohne Ticket - für alle Interessierten zugänglich.

Gegen politischen Rollback

"Queer Europe - Du hast die Wahl!" lautet das Motto des Nürnberger CSD diesmal, Schirmherr ist Oberbürgermeister Marcus König. Inhaltlich wird erneut die queer-politische Lage in Europa in den Fokus gestellt. "Es gilt weiter zu kämpfen gegen den anhaltend spürbaren Rechtsruck, diskriminierende Rechtslagen, fehlende gesetzliche Gleichstellung, wiederholte, oft tödliche Übergriffe auf LSBTIQ*-Menschen sowie queer-feindliche Gesetzgebung und Politik in europäischen Ländern", heißt es in der Pressemittelung des Fördervereins dazu. Die aktuelle queerfeindliche Gesetzgebung in Ungarn, die Regenbogendebatte im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2021 zeigten deutlich, dass es wichtiger denn je ist, dem politischen Rollback entschlossen entgegenzutreten.

Der CSD erinnert historisch an den ersten bekannten Aufstand Homosexueller und anderer sexueller Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. In Bars und Kneipen mit überwiegend homosexuellem Publikum führte die Polizei regelmäßig gewalttätige Razzien durch. Weltweit wird der Tag seitdem mit bunten Paraden und einer Mischung aus politischen Forderungen und Feiern begangen.

Große Plakataktion

Ergänzt werden die CSD-Aktivitäten dieses Jahr auch wieder durch die Medienkooperationen mit Hitradio N1. In der Woche vom 2. bis 7. August gibt es täglich Themenbeiträge, sowie Online-Podcasts zum Anhören. Und auch eine Plakat-Aktion macht das Thema wieder überall sichtbar: 450 Plakate werden den CSD Nürnberg ankündigen und sein Motto verbreiten.

Alle Infos zur Demo, dem Ticketverkauf fürs Bühnenprogramm sowie über das Programm der Pride Weeks gibt es unter www.csd-nuernberg.de. Überblick gibt auch ein gedrucktes Programmheft: das "PrideBooklet", ab 12. Juli in den regionalen Rewe-Märkten, in regionalen queeren LSBTIQ*-Locations und zum Download auf der Homepage.

Keine Kommentare