Bürger sind gefragt

ANDREAS FRANKE

Lokales Nürnberg

11.4.2011, 18:41 Uhr
So könnte es einmal am Wöhrder See aussehen, wenn ein kleines Bad in der geplanten „Wasserwelt“ realisiert wird.

So könnte es einmal am Wöhrder See aussehen, wenn ein kleines Bad in der geplanten „Wasserwelt“ realisiert wird.

„Die Beteiligung der Bürger ist uns sehr wichtig“, betont Annette Gröschner, Vorsitzende des Bürgervereins Jobst-Erlenstegen. Nach den Vorberichten über erste Ideen sei bei vielen Anliegern der Eindruck entstanden, dass die Sanierung des Sees bereits gemachte Sache sei.



Diesem Eindruck widersprechen Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke und Ulrich Fitzthum, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Nürnberg. „Das ist ein offener Planungsprozess“, betont Pluschke. Weder Stadt noch Freistaat gingen mit festen Vorgaben in die Gespräche. Fitzthum verblüfft mit Offenheit: „Die Zeiten, in denen wir der Überzeugung waren zu wissen, was für die Menschen gut ist, sind vorbei“, sagt der Amtschef. Die Bürgervereine seien wichtige Partner. „Sie helfen uns.“

Das hört natürlich auch Wolfgang Köhler gerne. Ausnahmsweise spricht er nicht als städtischer Referent, sondern als Vorsitzender des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorf. Er bedankt sich, dass die Vereine mitgenommen werden. „Ich hoffe, dass am Freitag möglichst viele Bürger zu der Veranstaltung kommen.“

Der Auftakt mit den drei Bürgervereinen – hinzu kommt auch die Gruppe aus Wöhrd – startet um 18.30 Uhr in der Aula der Thusneldaschule, Thusneldastraße 5. Annette Gröschner berichtet, dass bei einer Umfrage in ihrem Bürgerverein bereits rund 100 Mitglieder eine erste Bewertung der Ideen vorgenommen haben.

„Keiner möchte, dass der ganze See verlandet“, sagt sie. Die Freizeitangebote im unteren Teil sollten für alle Generationen sein „und nicht zu modern“. Eine Strandbar sei in Ordnung, wenn sie nicht zu laut für die Anwohner werde. Was am oberen Teil geschehen soll, da seien sich die Mitglieder nicht einig. Eine Idee sieht eine Inselwelt vor, eine weitere einen Fischweg am Sandfang, so dass die Fische passieren können und sogar noch Platz wäre für Kanuten.

Laut Köhler böte sich nun endlich die Chance, die Verlandung des Sees anzugehen. Auch die Blickbeziehungen zum See, ein Bedürfnis vieler Bürger, könnten verbessert werden. Eine Insel im oberen Teil des Sees bekomme viel Zustimmung.

Ein Blick auf die Internet-Seite des Wasserwirtschaftsamts zur neuen „Wasserwelt“  und das dortige Diskussionsforum zeigt, dass es viele positive Reaktionen gibt. Lob ernten etwa der angedachte Fischweg mit Platz für Kanufahrer und Freizeitangebote im unteren Teil. Anwohner äußern aber auch Bedenken, dass durch die neuen Angebote mehr Menschen angelockt werden und die Belastungen für den See und die Bewohner zunehmen. Bis zum Herbst sollen die Ideen der Bürger gesammelt werden, dann startet ein Planfeststellungsverfahren. Ziel ist es, 2014 die Umgestaltung abgeschlossen zu haben. Der Freistaat stellt für das Projekt zehn Millionen Euro bereit.

www.wasserweltwoehrdersee.de

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