Montag, 30.11.2020

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Bürgerverein Gostenhof verurteilt Angriff am Jamnitzer Platz

Vorsitzender fordert, dass sich OA-Sprecherin entschuldigt - 15.07.2015 20:47 Uhr

Zum Symbol des Unmuts ist ein Stahlzaun rund um ein saniertes Haus in der Jamnitzerstraße geworden.

14.07.2015 © Günter Distler


Am letzten Freitag war eine Kundgebung auf dem Jamnitzer Platz außer Kontrolle geraten. Rund 50 vor allem jugendliche Teilnehmer aus dem Umfeld der  "Organisierten Autonomie" hatten zunächst friedlich gegen den Einfluss von Investoren auf den Stadtteil protestiert. Zum Symbol des Unmuts der Linken ist ein Stahlzaun rund um ein saniertes Haus in der Jamnitzerstraße geworden. Dorthin zogen schließlich einige Demonstranten, griffen angeblich die Eigentümer an, beschädigten Zaun, Klingelanlage und Briefkasten.

Uwe Janza, Vorsitzender des Bürgervereins Gostenhof, kritisiert die Organisierte Autonomie scharf.

14.07.2015 © Privat


Die Sprecherin der Autonomen, Sabine Züge, müsse sich bei dem Ehepaar entschuldigen, sagt Janza. Sonst heiße das für ihn, dass sie die Gewalt in Ordnung finde. "Wir finden es unsäglich, dass eine Familie auf ihrem Grundstück angegriffen wurde", ergänzt Janza im Namen des Bürgervereins. Die Organisierte Autonomie betont allerdings in einer Stellungnahme, dass die Eskalation bei der Anti-Gentrifizierungsdemo vom Eigentümer des Anwesens provoziert worden sei. Der habe Teilnehmer der Demo ohne deren Zustimmung fotografiert und beleidigt.

Der Ton der Autonomen in GoHo werde aggressiver, sagt Daniela Müller. Sie lebt seit über 20 Jahren im Stadtteil, ist bei Grünen und im Bürgerverein aktiv. Die Autonomen sprächen aber auf keinen Fall für die Mehrheit der Menschen in Gostenhof. Die Plakate für ein „Stadtteilessen gegen steigende Mieten, Verdrängung und Ausverkauf“ am 25. Juli auf dem Jamnitzer Platz sind überschrieben mit  „Gostenhof kocht vor Wut“.

Da fühle sie sich als Gostenhoferin bedroht, wenn sie eine andere Meinung habe, sagt Müller. Es gebe natürlich durchaus Menschen im Viertel, die die Veränderungen mit Sorge sehen. Darüber müsse auch geredet werden.  "Doch die Autonomen missbilligen jede Veränderung, ohne Unterschiede.“ Und diese Haltung gehe aus Sicht des Bürgervereins gar nicht.

Der Artikel wurde am 15.07.2015 um 20.47 Uhr mit der Stellungnahme der Organisierten Autonomie ergänzt.

Ute Möller/loc

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