Delphin Anke im Nürnberger Tiergarten gestorben

27.4.2020, 19:11 Uhr
Delphinweibchen Anke in der Delphinlagune im Tiergarten Nürnberg. Die Aufnahme stammt vom März 2012.

Delphinweibchen Anke in der Delphinlagune im Tiergarten Nürnberg. Die Aufnahme stammt vom März 2012. © Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg

Anke hatte bereits eine Vorerkrankung: Wie der Tiergarten mitteilt, wurde 2017 bereits bekannt, dass bei Anke eine Leberschädigung ungeklärter Ursache vorliegt, die aber durch eine angepasste Fütterung bei engmaschiger Kontrolle des Tieres beherrschbar war. Dennoch habe sich Ankes Zustand nun in den letzten Wochen verschlechtert.

Noch ist nicht gänzlich geklärt, ob der Delfin an der Leberschädigung starb. Dafür müsse man die Ergebnisse der Pathologie abwarten, die laut Tiergarten frühestens in zehn bis vierzehn Tagen vorliegen werden. "Erst dann können Aussagen über letztendliche Todesursachen getroffen werden."


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Anke stammt aus dem Golf von Mexiko und wurde 1985 bei Golfport in Mississippi (USA) im Alter von etwa zwei Jahren in ein Delphinarium gebracht. Am 28. Dezember 1990 kam sie aus Münster in den Tiergarten Nürnberg. Von 2008 bis 2012 lebte sie in einer großen Delphingruppe in der "Lagune" des Delphinariums Harderwijk in den Niederlanden.

Anke gehört zu den letzten Wildfängen, also den genetischen Gründertieren, im Europäischen Zuchtprogramm, in dem heute über 80 Prozent der Großen Tümmler bereits "zoogeboren" sind. Nicht wenige Große Tümmler wie zum Beispiel die in Nürnberg geborene, fünfjährige Nami leben bereits in zweiter Generation in Zoos.

Anke selbst wurde vom Zuchtprogramm als mögliches genetisches Gründertier ausgeschlossen, nachdem sich der Verdacht erhärtet hatte, dass ihre Jungtiere möglicherweise aufgrund eines genetischen Defekts nicht überlebensfähig waren. Sie hatte 2006 ein Jungtier in Nürnberg geboren und zwei weitere in Harderwijk. Keines davon überlebte.

Dafür spielte Anke in den Forschungsarbeiten immer eine große Rolle und gehört zu den Delphinen, durch die in Nürnberg nachgewiesen werden konnte, dass Große Tümmler elektrische Reize wahrnehmen und verarbeiten können, heißt es in der Mitteilung des Tiergartens weiter. "Diese sogenannte Elektroperzeption war für Große Tümmler nicht bekannt. Diese Reizwahrnehmung stellt ein wichtiges Sinnesorgan dar, das speziell beim Gründeln nach Futtertieren eine entscheidende Rolle spielt. Auch in Versuchen zur Kognition von Delphinen gehörte Anke zu den Delphinen, auf die man sich verlassen konnte."

Die europäische Zoo-Population der Großen Tümmler wird in den nächsten Jahren ihre letzten Gründertiere aus der Wildbahn altersbedingt verlieren. Der Bestand dieser Tierart wir in einem europäischen ex situ- Zuchtprogramm seit 2003 vollständig selbsterhaltend gemanagt.

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