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Denkmalgeschützte Tankstelle in Erlenstegen öffnet wieder

Tankstelle aus den 1950er Jahren soll nun wieder genutzt werden - 07.06.2019 11:38 Uhr

Da war die Tankstelle in Erlenstegen noch in Betrieb: Diese Aufnahme des Nürnberger Fotografen Claus Baierwaldes stammt von April 2015. © Foto: Claus Baierwaldes


Das Besondere an der Shell-Tankstelle ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, denn die Werbung verdeckt zum Teil das langgestreckte und bogenförmige Betondach. Die filigrane Gestaltung wurde nach einem Entwurf des aus Münster stammenden Architekten Walter Hämer im Jahr 1958 realisiert. Es handelt sich um eine der sogenannten Typentankstellen, welche die California-Texas-Oil-Company, kurz Caltex, ab Mitte der 1950er Jahre in Deutschland baute.

"Es war die Einzige dieser Art in Bayern, die noch betrieben wurde", weiß Nikolaus Bencker von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Zumindest bis September 2015, seitdem ist sie geschlossen. Eine Handvoll Caltex-Tankstellen gebe es noch, aber sie seien zweckentfremdet und werden etwa als Autoverkaufsstelle oder Bistro genutzt, fährt Bencker fort.

Seit der Schließung gibt es im Stadtteil keine Möglichkeit zum Tanken mehr, aber in der Äußeren Sulzbacher Straße in St. Jobst, die an die Erlenstegenstraße anschließt, sind gleich mehrere Zapfsäulen, darunter auch eine große Shell-Station.

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Aus wirtschaftlichen Gründen

Nun soll die Anlage wieder den Betrieb aufnehmen, heißt es auf Nachfrage beim Unternehmen. Geplant sei, eine Automatentankstelle mit einem 24-Stunden-Betrieb zu errichten, wo also direkt an der Zapfsäule bezahlt wird und kein Personal vor Ort ist, informiert Cornelia Wolber, Pressesprecherin der Shell Deutschland Oil GmbH mit Hauptsitz in Hamburg. "Wir haben die Bauanträge eingereicht und rechnen mit der Wiedereröffnung im Oktober oder November", fährt sie fort. "Die Station wird aus wirtschaftlichen Gründen als Automatentankstelle betrieben", so Wolber weiter.

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Die Sprecherin betont, dass baulich nichts verändert werde. Und ergänzt: "Die Station bekommt neue Zapfsäulen und wird frisch gestrichen." Die dazugehörige Waschhalle hat als solche jedoch ausgedient. "Das Gebäude wird nicht abgerissen", so Wolber, "sondern potenziell vermietet und damit einer anderen Nutzung zugeführt."

Beliebt bei Stammkunden

Die Tankstelle ist stadtweit bekannt und beliebt, aber insbesondere im Viertel sorgte ihre ungewisse Zukunft immer wieder für Gesprächsstoff. "Nachdem das Gelände zunehmend einen verwahrlosten Eindruck macht, sind wir sehr erfreut über die Nachricht, dass die Tankstelle wieder in Betrieb geht", sagt Annette Gröschner vom Bürgerverein Jobst-Erlenstegen. "Das denkmalgeschützte Gebäude hat einen ganz eigenen Charme und sollte nicht nur erhalten, sondern auch genutzt werden", betont sie. "Wir sind sicher, dass trotz der beiden großen Tankstellen in St. Jobst dieser kleine und einzige Betrieb im Viertel von vielen Autofahrern genutzt wird – zum Teil auch aus Gründen der Anhänglichkeit: einmal Kunde, immer Kunde."

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Unter dem Titel "Kraftstation, Erlenstegenstraße 39" war jene Tankstelle auch Teil der Ausstellung "Architektur der 1950er Jahre in Nürnberg" im Museum Industriekultur vor rund zwei Jahren. Ihr Anblick inspirierte den Nürnberger Fotografen Claus Baierwaldes damals, sich speziell mit der Architekturfotografie der 1950er Jahre zu beschäftigen. Baierwaldes: "Immer wenn ich den letzten Jahren an ihr vorbeifuhr, schaute ich mit ängstlichen Blicken auf den Bauzaun, was wohl passiert. Nun freue ich mich riesig, dass diese in Nürnberg einmalige Tankstelle wieder strahlen soll."


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Claudia Beyer

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