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Die Beats müssen passen: Auf einen Espresso mit DJ Artin Akhavan

Er sorgt bei der Sendung Blind Dance Radio für tanzbare Musik im Internet - 08.05.2020 12:11 Uhr

Gutes Gehör ist gefragt: Der blinde DJ Artin Akhavan bei der Arbeit in seinem Radiostudio.

07.05.2020 © Foto: Peter Romir


E r ist immer gut aufgelegt: Der 25-jährige Artin Akhavan bespielt als DJ über 25 Internet-Radiostationen und hat gerade seine erste Single veröffentlicht, die er gratis anbietet. Seine Sendung heißt "Blind Dance Radio", weil er selbst seit seinem dritten Lebensjahr blind ist.

Herr Akhavan, wie muss man sich die Arbeit eines blinden DJs vorstellen? Legen Sie Schallplatten mit Punktschrift auf dem Cover auf?

Nein, das läuft alles digital. In den letzten Jahren hat die Technik große Fortschritte gemacht, so dass ich ein barrierefreies DJ-Programm nutzen kann. Am Anfang unterstützte mich eine sehende Person dabei. Und es hilft natürlich, ein gutes Gehör zu haben.

Gibt es dann noch mehr blinde DJs?

Natürlich stellen viele blinde Menschen eigene Playlists zusammen, aber Leute, die eigene Beats produzieren und professionell als DJ arbeiten, kenne ich persönlich keine. Ich stelle auch meine Blindheit nie in den Vordergrund. Irgendwann sickerte es halt durch und jetzt wissen es alle, was letztlich auch gut ist.


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Wie kamen Sie dazu, DJ zu werden?

Ein Interesse für Musik habe ich schon lange. Ich habe elf Jahre lang Klavier gespielt, bis ich 15 war. Dann habe ich 2014 angefangen, Electro-House zu hören und mich für die Künstler zu interessieren, die dahinterstecken: David Guetta oder Aviccii – und dann wollte ich das auch mal ausprobieren.

Wie muss man sich Ihre Radioshow vorstellen?

Bei "Blind Dance Radio" mixe ich fertige Songs aus dem Bereich Electro, House und EDM. Dafür stelle ich eine Playlist zusammen und versuche, sie in eine Reihenfolge zu bringen, bei der alles vom Sound her passt. Der Rhythmus soll immer durchgehen, die Geschwindigkeiten müssen passen. Das ist kein klassisches Radio, weil die Lieder ineinander übergehen.

Gerade ist Ihre erste eigene Single "Seabird" erschienen. Was ist das für ein Stück?

Eigene Songs zu produzieren, ist noch mal eine besondere Herausforderung, da ich alles selber mache. Es ist ein Instrumentalstück, das ich mit meinem Midi-Keyboard gemacht habe und das ich auf meiner Homepage kostenlos zur Verfügung stelle.

Weitere Informationen zur Single "Seabird" und den Radiostationen, die das "Blind Dance Radio" spielen, findet man im Internet auf Artin Akhavans Homepage unter www.dj-artin.de

INTERVIEW: PETER ROMIR

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