Montag, 19.04.2021

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„Die Geschichten hinter den Bildern hören“

Künstlerin Cornelia Hammerer über das Erfolgsgeheimnis der Gostenhofer Atelier- und Werkstatttage - 19.10.2011 07:54 Uhr

Gostenhofer Künstlerin: Cornelia Hammerer.

18.10.2011 © Weigert


Frau Hammerer, zum Auftakt am Wochenende hatten Sie wunderbares Oktoberwetter. Wie wirkte sich das auf die Besucherzahlen aus?Cornelia Hammerer: Wir hatten unseren ersten offenen Sonntag, und man kann ohne Übertreibung sagen: Es war die Hölle los. Ab 12 Uhr stürmten die Leute vor allem in die Übersichtsausstellung in der Fürther Straße 111, Ecke Mendelstraße, wo früher die Möbel Quelle war. Die Räume stellt uns Gerd Schmelzer von der alpha-Gruppe zur Verfügung. Das Haus wird nächstes Jahr abgerissen, aber OB Ulrich Maly hat uns bei der Eröffnung der Ateliertage schon versprochen, einen Ersatz zu finden. In diesem Jahr haben wir die Räume noch, und sie sind unser künstlerisch-organisatorisches Zentrum. Es ist natürlich schade, solche Räumlichkeiten abzureißen. Sie waren optimal für unsere Zwecke geeignet. Wir hatten bisher immer Größenbeschränkungen, aber da konnten wir uns zum ersten Mal richtig austoben und große Bilder hängen.

Sie wollten noch was zu den Besuchern sagen.
Hammerer: Ich schätze mal, dass etwa 200 Leute da waren. Es fanden zwei Führungen statt, und die Leute waren sehr interessiert.

Was mussten Sie denn so alles erzählen?
Hammerer: Die Leute wollten die ganzen Geschichten hören, die hinter den Bildern stecken. Zum Beispiel bei Sabine Knauf, einer Malerin aus Kreuzberg, die bei mir hier in der Mittleren Kanalstraße ausstellt und deren Collagen man daran erkennt, dass sie immer einen handgeschriebenen Einkaufszettel verwendet. So entstehen witzige, teils comicartige, teils nach berühmten Vorlagen gemalte Bilder.

Konnten Sie auch was verkaufen?
Hammerer: Die Besucher kaufen eher Kleinigkeiten, Bücher, Drucke, manchmal auch ein größeres Bild.

Was würden Sie sagen: Hat sich das Konzept der GOHO bewährt ?
Hammerer: Das Konzept hat sich bewährt. Die GOHO haben sich seit ihrer Premiere 1998 zu einem festen Bestandteil von Gostenhof entwickelt. Die Leute erwarten das inzwischen schon von uns. Entscheidend ist so ein Grundgerüst, das gleich bleibt, mit den Führungen, den offenen Ateliers, der Übersichtsausstellung und in diesem Jahr 48 Einzelveranstaltungen ...

... bis hin zum Kochen!
Hammerer: In der Tat! Kunst und Genuss, das ist eine wichtige Kunstform! Das wird im Atelier der Charlotte von Elm an der Rosenau angeboten.

Neu ist diesmal auch der 1.Kunst-Baum-Award.
Hammerer: Diese Veranstaltung ist am Mittwoch, 19.Oktober, vor dem Büro der Gostenhofer Grünen gleich neben dem Volksbad. Und es ist eine Anspielung darauf, dass so nach und nach die Bäume aus dem Stadtteil verschwinden. In einem satirischen Happening sollen die Besucher versuchen, diese Lücke zu schließen, indem sie selbst zum Baum werden. Oder einen Baum mitbringen — oder ein Lied über einen Baum singen! Die Besten werden prämiert.

Was würden Sie sich noch für die Zukunft wünschen?
Hammerer: Wir könnten gut noch ein paar Helfer bei der Planung und Organisation brauchen. Das ist ein wahnsinnig hoher Aufwand. Die ersten Treffen finden immer schon gegen Ende des Vorjahres statt. Im Kern sind es sechs, sieben Leute, die sich da treffen. Alles Kunstbegeisterte. Außerdem das Nachbarschaftshaus. Wir sind noch nicht mal ein eingetragener Verein. Aber wie man sieht: Es läuft trotzdem.

 

Weitere Infos:

Zu den 8.Gostenhofer Atelier- und Werkstatttagen sind ein Veranstaltungsprogramm und der Katalog der teilnehmenden Künstler erschienen. Weitere Infos unter: www.kubiss.de/GOHO

Dietmar Bruckner E-Mail

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