Donnerstag, 13.05.2021

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Ein kleiner Platz für alle Schätze

Nürnberger MyPlace-Lagerhäuser erweitern stark - 21.04.2012 13:53 Uhr

„Das Motorrad wollte mein Sohn auf keinen Fall hergeben“: In ihrem 3,77 Quadratmeter großen Stauraum hat Alexandra Barnert neben der kleinen Rennmaschine auch eine Küche und ein Hochbett untergebracht.

21.04.2012 © Stefan Hippel


3,77 Quadratmeter groß ist das Abteil, das die Frau bei MyPlace gemietet hat. Das Lagerhaus in der Schweinauer Hauptstraße in Nürnberg bietet seinen Kunden nämlich vor allem eines an: Platz. Von einem bis 50 Quadratmeter groß sind die Abteile. Einlagern darf man beinahe alles, ausgenommen zum Beispiel verderbliche Lebensmittel, Tiere oder „biologische Kampfstoffe“, wie es tatsächlich in einem Merkblatt heißt.

Zu schade zum Wegwerfen

Alexandra Barnert ist seit drei Jahren Kundin bei MyPlace. In ihrem Abteil steht all das, was in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung keinen Platz hat, aber zu schade zum Wegwerfen ist. Ein Hochbett etwa, für das ihr mittlerweile zwölfjähriger Sohn zu alt ist. „Eine Freundin kann es jetzt wieder brauchen“, erzählt Barnert. Und dann steht da auch noch das kleine Motorrad. „Das wollte mein Sohn auf keinen Fall hergeben.“

Noch am Aufräumen: Rolf Müller ist in ein neues Abteil umgezogen.

21.04.2012


85 Euro zahlt sie im Monat für ihr 3,77 Quadratmeter großes Abteil. MyPlace-Storemanagerin Stilla Leidel hat ihr geraten, in ein kleineres und günstigeres umzuziehen und eher in die Höhe zu stapeln.

Denn immer wieder überschätzten Kunden den Platz, den sie wirklich brauchen, so Leidel: „Die Einrichtung einer 50-Quadratmeter-Wohnung passt auf fünf Quadratmeter.“

Die Storemanagerin leitet zusammen mit einer Kollegin die MyPlace-Filiale in Schweinau, auch in Schoppershof steht eines der Lagerhäuser. Beide wurden nun stark erweitert. „Besonders die kleinen Abteile sind gefragt“, berichtet Leidel.

1000 Gründe

Trennungen, feuchte Keller, Auslandsaufenthalte oder einfach ein Platz für die Skiausrüstung: Warum die Menschen Stauraum mieten, „dafür gibt es 1000 Gründe“, sagt die Storemanagerin.

Für Rolf Müller sind Bücher und Kameras der Grund. Der Fotograf steht zwischen Plastiktüten und Bücherstapeln in seinem Abteil und räumt auf. „Noch ist alles ein bisschen durcheinander. Ich bin von zwei kleineren in ein größeres Abteil umgezogen“, erzählt er.

Müller sammelt Bücher und Fotoapparate — „allerdings müssen die Kameras funktionieren, ich möchte ja kein Kameramuseum einrichten“. Was er auf Flohmärkten findet, lagert er bei MyPlace ein.

Mit einem Quadratmeter Stauraum hatte er angefangen — es wurde immer mehr. Heute sind es zehn Quadratmeter, Müller zahlt dafür 107 Euro im Monat.

Kameras und Wachdienst

Für die Bücher und Kameras wäre in seiner Ein-Zimmer-Wohnung kein Platz gewesen, „und der Keller war nicht einbruchsicher“, erzählt Müller.

Für die Sicherheit seiner Schätze sorgt nun MyPlace. Überall im Lagerhaus sind Kameras angebracht, außerhalb der Öffnungszeiten, zwischen 22 und 6 Uhr, wacht ein Sicherheitsdienst über die Abteile. Weggekommen ist noch nie etwas, seit das Lagerhaus Ende 2007 eröffnet wurde.

Rolf Müller erinnert sich gut an damals. „Ich war einer der ersten zehn Kunden in Schweinau“, erzählt er stolz. Er will bei MyPlace bleiben. „Bis zum Altenheim“, sagt er und lacht.



MyPlace kennenlernen und nebenbei alte Erbstücke schätzen lassen: Am Samstag, 12. Mai, ist im Lagerhaus an der Schweinauer Hauptstraße 72 in Nürnberg die Kunstexpertin Eva Franke mit ihrem Team zu Gast. Von 14 bis 17 Uhr taxieren sie kostenlos den Wert von Familienschätzen.

 

MANUEL KUGLER

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