Widersprüche im Amtsgericht

Eine Nürnbergerin (20) will mit Sex Geld verdienen - später spricht sie von Zwang

Ulrike Löw

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7.6.2023, 13:00 Uhr
Eine junge Frau bot sich als Prostituierte an, freiwillig, sie war noch keine 21 Jahre. Sie hoffte auf viel Geld, doch ihre Mutter stoppte den Ausflug ins Rotlichtmilieu.

© Heike Lyding, epd Eine junge Frau bot sich als Prostituierte an, freiwillig, sie war noch keine 21 Jahre. Sie hoffte auf viel Geld, doch ihre Mutter stoppte den Ausflug ins Rotlichtmilieu.

Ein Nürnberger Installateur (32) soll im März 2022 eine junge Frau (20) zur Prostitution gezwungen haben - als Liebesdienerin sollte sie mehrere tausend Euro Schulden bei ihm abarbeiten. Eine Bekannte von ihm, eine Arzthelferin (28), leistete angeblich Beihilfe - auf einschlägigen Internetforen wurden Anzeigen mit anzüglichen Bildern der jungen Frau geschalten. Meldeten sich Freier, vereinbarte die Arzthelferin telefonisch Termine für die Schäferstündchen. Von dem Erlös soll die junge Frau höchstens die Hälfte erhalten haben.

Im Amtsgericht stellt sich heraus: Die Idee zur Prostitution kam von ihr selbst. Um eine Wohnung einzurichten, hatte sie sich von dem Installateur viel Geld geliehen. Als ihre Mutter Wind von der Sache bekam, behauptete sie, sie sei Opfer von Zwangsprostitution geworden.

Im Amtsgericht Nürnberg sind in der Beweisaufnahme viele Widersprüche zu hören.

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