Ende einer Fehlkonstruktion: Eigentümer will ZOB umbauen

Claudine Stauber, Lokalredaktion Nürnberger Nachrichten
Claudine Stauber

Lokalredakteurin Nürnberg

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15.2.2019, 17:06 Uhr
Wenn alles klappt, müssen die Passagiere am Zentralen Omnibusbahnhof bald nicht mehr auf kalten Steinen sitzen. Die Stadt will hier Sitzplätze und Windschutz installieren.

© Foto: Eduard Weigert Wenn alles klappt, müssen die Passagiere am Zentralen Omnibusbahnhof bald nicht mehr auf kalten Steinen sitzen. Die Stadt will hier Sitzplätze und Windschutz installieren.

Die PSD Bank, die seit 2000 im Adcom-Center residiert, hat das gesamte Karree mit 11.000 Quadratmetern und rund 40 Mietern erworben. Mit im Paket: der ZOB, der durchaus das Zeug zum Klotz am Bein hat. Zumindest hat das Vorbesitzer Alfons Doblinger so gesehen, der der Kommune immer dann in den Arm fiel, wenn sie den engen, zugigen Busbahnhof wieder einmal aufhübschen wollte.

"Das Leben schwergemacht"

"Der Alteigentümer hat uns das Leben schwergemacht", sagt denn auch Bürgermeister Christian Vogel. Doblinger habe den Bahnhof immer loswerden wollen. Was gar nicht geht, denn der ZOB steht fest im Vertrag, auch wenn ihn die Stadt selbst betreibt. Glücklich ist man auch im Rathaus nicht mit dem Standort, 30 alternative Plätze habe man überprüft. Zuletzt sei der Kohlenhof ausgeschieden, weil dort die GfK neu baut.

Nach Langwasser oder an den Flughafen könne man die Verkehrsdrehscheibe nicht verlegen, so SPD-Bürgermeister Vogel. Die Nürnberger Tourismuszentrale habe ausdrücklich davor gewarnt, die Busse aus der Innenstadt zu verbannen. Auch die Firma Flixbus wolle nicht aus dem Zentrum wegziehen. Der Bürgermeister: "Der Standort bleibt also, aber er soll besser werden."

Johann Büchler, Vorstandsvorsitzender der PSD Bank, will dazu nicht Nein sagen, bremst aber sanft: "Wir haben uns mit dem ZOB arrangiert. Aber es ist nicht einfach, viele Mieter klagen." Laufende Motoren, der Hall in dem Innenhof, da müssten die Fenster notgedrungen oft zu bleiben.

Windschutz und Sitzplätze

Bald sollen es die vielen Reisenden ein wenig komfortabler haben. Einen Windschutz, Sitzplätze für die Wartenden, digitale Anzeigetafeln und eine Überdachung, die vor Regen schützt, all das will die Kommune nach und nach einbauen. Johann Büchler weist allerdings auf Befürchtungen der Firmen im Adcom-Center hin, die gegen ein Dach über dem Busbahnhof seien. Der PSD-Chef: "Dann bleiben die Fahrgäste länger, das macht vielen Sorgen." Am Ende lasse sich hier noch die problematische Bahnhofsszene nieder. Alle Veränderungen müsse die Bank zuerst mit ihren Mietern besprechen.

Für Investitionen aber ist die Stadt zuständig, die auch den Ordnungsdienst durch die kommunale Noris-Arbeit organisiert. Er soll langfristig durchgehend präsent sein - und die sechs Euro pro Bus auch nachts kassieren, die ZOB-Nutzer zahlen müssen. Ein erstes Gespräch habe es mit der PSD Bank bereits gegeben. Weitere sollen folgen.

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