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Endlich! Nürnberger Hauptmarkt ist ab 2016 für Radler frei

Zumindest vorerst, denn der Versuch ist für ein Jahr geplant - 22.10.2015 14:41 Uhr

Am Nürnberger Hauptmarkt hieß es für Radler jahrelang: Absteigen, bitte! Diese Zeiten sind jetzt vorbei. © Günter Distler


Die rund 100 Meter breite Strecke soll zwischen der Brautkehre neben der Frauenkirche und der Waaggasse erfolgen. SPD, Grüne und ÖDP setzten sich mit dem Beschluss über die Bedenken des Behindertenrats und der CSU hinweg. Dieser Testlauf soll wissenschaftlich begleitet werden, kündigte Frank Jülich, Leiter des städtischen Verkehrsplanungsamts an. Dabei soll beobachtet werden, ob die Fahrradfahrer rücksichtsvoll fahren und ob es zu gefährlichen Situationen kommt.

Für Baureferent Daniel Ulrich hat der Lückenschluss von Ost nach West über den Hauptmarkt eine "hohe Symbolkraft und verkehrliche Bedeutung". Rund 1800 Fahrradfahrer würden den Hauptmarkt derzeit pro Tag illegal befahren. „Es kann auch sein, dass wir nach gründlicher Prüfung des Testlaufs in einem Jahr die Situation so lassen, wie sie derzeit ist“, versprach Oberbürgermeister Ulrich Maly.

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Der Nürnberger Hauptmarkt im Wandel der Zeit

Im 11. Jahrhundert war der Hauptmarkt nicht mehr als ein Sumpfloch. Heute ist er der Mittelpunkt der Stadt, bietet Platz für Märkte, Feste und viele Großveranstaltungen. Oberbürgermeister Ulrich Maly nennt ihn das "Wohnzimmer der Stadt". Wir zeigen die bewegte Geschichte des Hauptmarkts.


Derzeit herrsche ein Zustand der Anarchie am Hauptmarkt. Es funktioniere aber. Der OB zeigte sich optimistisch, dass die Radfahrer die Situation nicht zu ihren Gunsten ausnützen, sondern mit Verstand und Vernunft fahren. „Wir haben ein Recht auf Irrtum“, sagte der OB.

Kritik vom Behindertenrat

Peter Vogt vom Behindertenrat verwies vergeblich, darauf dass durch die Öffnung des Hauptmarkts, Behinderte, Senioren, Kinder und Touristen in ihrer Freiheit beeinträchtigt werden: „Schon in der Vergangenheit hat es sehr viel Beinahe-Unfälle und kleinere Zusammenstöße gegeben.“ Oft seien die Fahrradfahrer geflüchtet und die Polizei habe von den Vorfällen gar nichts mitbekommen.

Vogt befürchtete auch, dass die Fahrradfahrer nicht nur die Nordseite des Hauptmarkts befahren, sondern über die ganz Fläche. „Wer langsam fahren soll, der kann auch schieben“, sagte Vogt.

"Freie Durchfahrt für Fahrradfahrer ist Harakiri"

Das sah auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Brehm so, obwohl er auch den Fahrradfahrern entgegenkommen wollte. Brehm schlug als Kompromiss deshalb eine Öffnung des Hauptmarkts für den Fahrradverkehr wie in der Fußgängerzone vor - zwischen 18.30 und 10.30 Uhr: „Freie Durchfahrt für Fahrradfahrer ist Harakiri.“

Der Kompromissvorschlag würde sowohl die Bedürfnisse der Fahrradfahrer als auch die der Fußgänger berücksichtigen. Gut wäre auch, dass es eine einheitliche Regelung in der Fußgängerzone gibt. ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger verwies darauf, dass Fußgänger und Radfahrer auf dem Lorenzer Platz gut miteinander auskommen.

SPD-Stadtrat Thorsten Brehm hoffte darauf, dass das Thema Radquerung des Hauptmarkts endlich erledigt ist und Themen wie Barrierefreiheit und Verkehrskonzept Altstadt diskutiert werden können.

Einstimmig wurde in diesem Zusammenhang von den Mitgliedern des Verkehrsausschuss beschlossen, die Verkehrsverhältnisse für den Radverkehr in der Altstadt, vor allem entlang des inneren Altstadtrings, zu verbessern. Es soll auch die Einrichtung von speziellen Fahrradstraßen etwa entlang der Dr. Kurt-Schumacher-Straße geprüft werden. 

André Fischer

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