Winter setzt Menschen zu

Erste Kältetote unter Nürnbergs Obdachlosen? "Sind einfach nicht mehr aufgewacht"

Tobi Lang
Tobi Lang

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23.1.2023, 16:23 Uhr
Zeltlager wie dieses gibt es auch in Nürnberg.

© Paul Zinken Zeltlager wie dieses gibt es auch in Nürnberg.

Zwischen U-Bahn, Burger-Ketten und Rolltreppen lassen sie ihrer Trauer freien Lauf. Die Straße ist hart, Obdachlose wissen das - stirbt einer aus dem Milieu, spüren aber alle, dass sie die Nächsten sein könnten. "Da merkst du schon, dass das Gleichgesinnte sind", sagt Mike Schlager. Er arbeitet ehrenamtlich beim Nürnberger Verein "Heinzelmännchen" und versucht Bedürftigen in ihrer Not zu helfen. Die Kälte, sagt Schlager, setzt den Menschen zu. Allein in den letzten Wochen starben zwei Obdachlose.

Seit es gefriert und der Winter einschlägt, spitzt sich die Situation gerade für drogensüchtige Wohnungslose zu. "Es ist eine Katastrophe", sagt Schlager. "Wenn es kalt wird, saufen die Leute nur noch mehr, um das Gefühl abzutöten." Wer betrunken ist, spürt die Temperaturen nicht mehr - es sind die vermeintlichen Weisheiten der Straße. "Du kriegst es nicht mehr mit. Das ist gefährlich, die Leute liegen im Schlafsack, du denkst, die pennen ihren Rausch aus. Dabei sind sie tot."

Wie die Lage besonders rund um den Hauptbahnhof ist, was die Stadt zu den Todesfällen sagt und wie Sie Obdachlosen helfen können, lesen Sie im Hintergrundartikel auf NN.de.