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"Fahrradfreundliche Kommune": Nürnberg verteidigt den Titel

Auch die neuen Pop-Up-Radwege kamen gut an - 22.07.2020 09:31 Uhr

Die rot eingefärbten breiten Radstreifen an gefährlichen Stellen, die in den letzten Jahren angelegt wurden (wie hier am Altstadtring beim Westtor), ernteten jetzt beim Besuch der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen viel Beifall.

21.07.2020 © Foto: Jo Seuß


Nürnberg ist weiter eine "Fahrradfreundliche Kommune in Bayern": Diese Nachricht hat am Dienstag im Rathaus für Freude gesorgt. Denn die Stadt hat den 2013 verliehenen Titel verteidigt – als erste Stadt überhaupt. Und das interpretiert Bau- und Planungsreferent Daniel Ulrich als "Botschaft, dass wir auf dem richtigen Weg sind".

Überzeugen musste die Stadtverwaltung am vergangenen Montag eine Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) Bayern von den kommunalen Anstrengungen in Nürnberg für eine gute Fahrradinfrastruktur und eine Förderung des Radverkehrs. Nach Vorträgen folgte eine Tour durch die Stadt. Dabei gab es laut Ulrich viel Beifall für viele Radwege, die in den vergangenen zwei Jahren dick rot eingefärbt wurden. "Da gelten wir als Vorbild", berichtet der Baureferent.

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Auch die Zunahme an Fahrradständern samt dem Beteiligungsverfahren mit den Bürgern, die ersten Fahrradstraßen wie am Rennweg oder Hummelsteiner Weg und der Mut zum ersten hiesigen Pop-Up-Radweg in der Rothenburger Straße seien von der Kommission gelobt worden. Ulrich verschweigt aber nicht, dass auch Schwachstellen moniert worden seien – ob beim Manko der Baustellen-Kommunikation oder so mancher Lücke im Radwegenetz, die das Radfahren gefährlich macht.

"Fahrradfreundlichkeit ist kein Zustand, sondern eine Daueraufgabe mit immerwährenden Herausforderungen", lautete denn auch das Fazit der Kommission der AGFK Bayern, der bayernweit 81 Kommunen angehören. Nürnberg bekam den Titel "Fahrradfreundliche Stadt" für weitere sieben Jahre verliehen – dann steht die nächste Kontrolle an.

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Der Bewertungskommission gehörten Mitarbeiter des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, des Landesvorstands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sowie des Vorstands der AGFK Bayern an. Dabei war auch der hiesige ADFC-Vorsitzende Markus Stipp, der das Zertifikat als "eine Aufgabe" für die Stadt sieht, Nürnberg wirklich fahrradfreundlich zu machen. Das ist seiner Ansicht noch nicht der Fall. Deshalb streben Fahrrad-Aktivisten derzeit den Radentscheid 2020 an, um zügiger Verbesserungen zu erreichen.

Stipp ist zudem gespannt auf den nächsten ADFC-Fahrradklimatest, der am 1. September 2020 startet. Vor zwei Jahren landete Nürnberg im hinteren Drittel mit einer Gesamtnote von 4,2. Als wegweisend gilt auch die Frage, wie viele Leute im Alltag auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel umsteigen. Zuletzt lag der Anteil um die 13 Prozent – noch weit von den angestrebten 20 Prozent entfernt.

Ungeachtet der Freude über den Titel steht für Grünen-Stadtrat Mike Bock fest: "Wir sehen diesen Titel als Auftrag, um in naher Zukunft tatsächlich eine fahrradfreundliche Kommune zu werden." Um dieses Ziel zu erreichen, sei der Radentscheid ins Leben gerufen worden. Bock betont ansonsten: "Nürnberg muss seine Anstrengungen für den Fahrradverkehr vervielfachen, um diesem Titel eines Tages gerecht zu werden."

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