FCN: Auch in der Südkurve bleiben Reihen leer

5.9.2014, 10:22 Uhr

"Ein Ausschluss der gesamten Nordkurve war im Gespräch", sagt der Sicherheitschef vom 1. FC Nürnberg, Daniel Kirchner. © Mark Johnston

„Wecher a boor su bläidl widdä“, schreibt einer - und spricht zig anderen Fans aus der fränkischen Seele. Er ist nicht der Einzige. Nur wenige Stunden nachdem auf der Facebook-Seite des FCN das DFB-Urteil, der Teilausschluss der Fans in der Nordkurve für zwei Spiele, gepostet ist, haben weit über 200 ihre Meinung dazu kundgetan.

Die meisten sind sich einig, sie finden die Strafe gerecht, ärgern sich über die Verursacher. „Hoffentlich ein Denkzettel“, sagt ein Fan. Er fasst das Meinungsbild zusammen: „Stimmung ja - Pyro nein“.

Eine Kritik aber, die ebenfalls von vielen honoriert wird, formuliert ein anderer Club-Anhänger online: „Und nun bekommen die auch noch Ausweichplätze?“ Die, das sind eben jene Fans aus den Blöcken 7, 9 und 11, die in den beiden Heimspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern und den RB Leipzig gesperrt sind - und leer bleiben.

Tatsächlich ist es so, dass die Dauerkartenbesitzer in den drei Stehplatzblöcken von ihren Plätzen, nicht aber aus dem Stadion ausgeschlossen sind. Sie erhalten einen finanziellen Ausgleich für die ungültige Karte und können sich ein anderes Ticket kaufen. Immerhin, auch das wird im Netz deutlich angesprochen, sind nicht alle der 4500 Betroffenen auch auffällig geworden.

Die leeren Plätze sollen als Puffer dienen

Dass aber auch die Verantwortlichen ins Stadion dürfen, stößt manchem sauer auf - und sorgt nebenbei dafür, dass auch weitere Teile des Stadions leer bleiben: in der Südkurve. Das sagt Daniel Kirchner, Sicherheitschef des 1. FC Nürnberg. Dort werden nicht in allen Blöcken Karten verkauft. Die leeren Sitzreihen sollen als Puffer dienen, um die Fans aus Kaiserslautern oder Leipzig vom Nürnberger Anhang zu trennen - speziell dann, wenn die verbannten Fans der Nord- die Südkurve, eben auch Gästebereich, zur Fanmeile machen.

„Wir können das aber anhand des Kartenverkaufs gut beobachten und auch reagieren.“ Gut so. Immerhin haben auch die Lauterer eine Ultras-Gruppierung.

Die Quittung für manch eigene FanGruppe hat der Club bekommen und akzeptiert. Zwar laufen dieser Tage Beschwerden von Anhängern ein, verrät Kirchner, die sich zu Unrecht aus ihren Blöcken vertrieben fühlen, aber er weiß auch: Es hätte schlimmer kommen können. „Ein Ausschluss der gesamten Nordkurve war im Gespräch.“ Er zieht Positives aus dem Fan-Ärger: Kirchner hofft auf einen Selbstreinigungsprozess, um der Problem-Gruppe (rund 200, 300 Personen) Herr zu werden.

Was der Club dazu beiträgt? Einem speziellen Fanclub habe man den offiziellen Status entzogen. „Sie erhalten so nun keine Auswärtstickets mehr.“

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