Hetze gegen Ausländer

Flüchtlinge auf Bardentreffen als Vergewaltiger beschimpft: Musiker muss Geldstrafe zahlen

10.2.2022, 16:00 Uhr
Als Theologe, Musiker und Trauerredner wurde Ernst Cran bekannt, seit Jahren fällt er mit Liedern und Reden voller Hetze auf.

© Stefan Hippel, NNZ Als Theologe, Musiker und Trauerredner wurde Ernst Cran bekannt, seit Jahren fällt er mit Liedern und Reden voller Hetze auf.

Sein Redetalent nutzte Ernst Cran bis 1998 als Pfarrer, später als freier Trauerredner. Als Musiker erlangte er mit der Punkband "Die groben Popen" in der Region eine gewisse Bekanntheit.

Seit 2015 sorgt der heute 65-Jährige als Sprecher auf Pegida-Bühnen für Schlagzeilen: So titulierte er im Herbst 2015 in Dresden Muslime als "tickende Zeitbomben" und verunglimpfte sie als potenzielle Attentäter – das brachte ihm eine Verurteilung wegen Volksverhetzung ein. Einige Jahre später folgte eine weitere Verurteilung wegen dieser Straftat: 2018 hatte Cran auf einer Veranstaltung in Wiesbaden über Muslime getextet: "Ihr schlachtet gerne Christen und schändet ihre Frauen."

Im aktuellen Fall geht es um einen Auftritt beim Bardentreffen im Juli 2019, das in einem Youtube-Video im Netz stand: In dem Liedvortrag, bei dem er sich selbst mit der Gitarre begleitete, bezeichnet er Flüchtlinge pauschal als Vergewaltiger und Mörder, Afrikaner als "Neger", als "Messerer".

Berufung verworfen

Im vergangenen Sommer wurde Cran wegen dieses Auftritts vom Nürnberger Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt. Dagegen legten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Cran Rechtsmittel ein. Nun hat das Landgericht Nürnberg-Fürth am Donnerstag (10. Februar) die Berufung verworfen. Für seine Hassreden muss der 65-Jährige 2700 Euro bezahlen.

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