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Friedliche Ausfahrt: Critical Mass rollte durch Nürnberg

Rund 300 Radfahrer cruisten durch die Stadt - 25.09.2020 20:29 Uhr

Mitten durch die Innenstadt: Auch am Hallplatz kam die Critical Mass am Freitagabend vorbei. 

25.09.2020


Von ein bisschen Regen lassen sich die Fans der Ausfahrten von Critical Mass den Spaß nicht verderben. Eine Gruppe startete um 18 Uhr an der Meistersingerhalle, radelte durch die Südstadt und über den Plärrer zum Opernhaus und dort schloss sich eine weitere Gruppe Radfahrer an. Polizeiwagen Beamte auf Motorrädern eskortierten die Critical Mass, deren Teilnehmer auf keinen Fall als Demonstranten oder Aktivisten bezeichnet werden möchten. "Wir sind einfach Radler aus der breiten Masse, die es genießen, in der Gruppe gut geschützt vor dem Autoverkehr durch die Stadt zu fahren", sagt ein Teilnehmer.

Traditionell treffen sich bundesweit am letzten Freitag im Monat Radler, um gemeinsam durch die Städte zu fahren. Mit Musik und guter Laune – und in Polizeibegleitung.

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Alle möglichen Zweiräder gehen an den Start. Kleinkinder sitzen vorn im Lastenrad, von einer Folie vor dem Regen geschützt. Liegeräder sind dabei, aufgerüstet mit kleinen Musikanlagen. Beim Warten vor dem Opernhaus wird klar: Man kennt sich, es wird viel lacht. "Ich bin in Fürth und in Nürnberg bei Critical Mass dabei", sagt Panagiotis. Für ihn ist die Ausfahrt eine schöne Möglichkeit, am Freitag nach der Arbeit das Wochenende einzuläuten. "In der Masse fühlt man sich stark." Stärker als sonst im Straßenverkehr, wo es für Radler oft brenzlige Situationen gebe. Erst vor ein paar Tagen habe ihn fast ein Taxifahrer angefahren.

Im Rechtsausschuss im Nürnberger Rathaus war in der vergangenen Woche noch einmal heftig über Critical Mass diskutiert worden. Ordnungsamt und Polizei wünschen sich nach wie vor einen Organisator und eine Anmeldung der Ausfahrten. Doch das widerspreche der Idee, sagen Teilnehmer vor dem Opernhaus. In der Gruppe zu radeln, das müsse doch einfach so möglich sein.

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Verkehrspolitische Ziele spielen aber natürlich auch eine Rolle. "Critical Mass ist ein Zeichen dafür, dass Radfahrer mehr Rechte brauchen und Autofahrer toleranter sein sollten", sagt Panagiotis. "Die Ausfahrten zeigen, dass wir Radfahrer auch da sind", meinen Julia und Christian. Die Nürnberger arbeiten beide in der Südstadt und bemängeln, dass südlich des Hauptbahnhofs die Radwege abrupt enden. Ihnen gefällt das Gefühl des Zusammenhalts bei critical mass. An diesem Freitag haben sie ihre Nichte Emily mitgebracht, die Elfjährige wohnt eher ländlich und fährt daheim unbesorgt Rad. In der Stadt jedoch hat sie einen ziemlichen Respekt vor dem Straßenverkehr.


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