Galerie-Streifzug

28.1.2014, 00:00 Uhr

© Eduard Weigert

Fünf bekannte Malerinnen und Maler aus der Region zeigen in der Galerie Lutz, was ihnen zum Thema Tier eingefallen ist. Da gibt es die fast wie urzeitliche Höhlenbilder wirkenden Hasen- und Esel-Darstellung von Christine Nikol, die offenbar als nach wie vor stimmige und allgemein verständliche Sinnbilder für menschliche Triebhaftigkeit und intellektuelle Beschränktheit gemeint sind.
Allemal irritierend „menschlich“ erscheinen Körperhaltung, Gesichts-züge und Verhalten der Affen oder Schweine, welche Chris Bruder und Changmin Lee gemalt haben. Wie die einstigen Wildtiere zunehmend in den Lebensbereich der Menschen eindringen, demonstrieren auf satirische Weise die Arbeiten des jungen Ober-pfälzers Matthias Dietz.

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Eigenwillig ironisch-humorvolle und hintersinnige Interpretationen der Evolutionslehre von Charles Darwin präsentiert Rubin Hirschbeck. Seine Malereien zeigen den Menschen als einen eher unscheinbaren, schwachen, hilflosen und sogar ein bisschen lächerlichen Angehörigen der Tierwelt. Neben der kontrastreichen Auswahl solider Malerei sind auch diverse elegante plastische Darstellungen des Animalischen aus den Ateliers von Chris Bruder, Harro Frey, Holger Lassen und Eva Maria Mandok zu sehen.
Bei den Gemälden von Jens Wohlrab, die in der KreisGalerie ausgestellt sind, handelt es sich ebenfalls um Versuche, die zivilisatorischen Stärken und die biologischen Grenzen der menschlichen Spezies auszuloten. Der Künstler schildert mit Vorliebe allerlei Elemente der Auflösung und der Dekadenz. So zeigt zum Beispiel ein Bild mit dem Titel „Club of Rome“ eine vergoldete Engel-Skulptur vor Architektur-Teilen, die sich kurz vor dem Zerfall zu befinden scheinen.

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Den Maler faszinieren triviale kulturelle Ermüdungserscheinungen wie das „Erotic-Pay-TV“, aber auch die prunkvoll-pathetischen Untergangsvisionen eines Richard Wagner. Die anfänglich prächtigsten Farb-Mosaike werden bei Jens Wohlrab nach und nach von immer mehr Grau überwuchert, die demonstrative Feierlaune der abgebildeten Menschen weicht einer (irgendwie durchaus wohlig wirkenden) Melancholie.
Glaubt man der Malerin Claudia Wirth, so sind Werbung, Kauf, Konsum und Müll die Grundpfeiler des menschlichen Lebens. Wirths illusionslos realistische Menschendarstellungen sind derzeit in der Galerie Atzenhofer mit der stillen Schönheit der Blumen-Bilder von Tania Engelke kombiniert.
Wirths Menschen sind unermüdlich auf der Jagd nach Glück und Befriedigung. Sie sind schwer bepackte, hastende, rennende Reisende oder ebenfalls viel Kram schleppende Schnäppchenjäger. Was übrig bleibt, füllt die „gelben Säcke“, die aus einem grauen Müll-Container quellen. Eine (noch) ein wenig sinnvollere Lebensweise meint die Künstlerin in Afrika entdeckt zu haben. Ihre Impressionen vom Alltag in Uganda sind mit unverkennbarer Sympathie und Anerkennung gemalt.

Einfach schön und erholsam ist der Anblick der farb- und formvollendeten Abbilder von vielen Blumen und Blüten, die Tania Engelke zur Ausstellung beigetragen hat. Nicht nur als Malereien auf Leinwand, sondern auch als Papierschnitte und als bemalte Holzobjekte, schmücken sie die Galerie-Wände. Das sind Darstellungen einer Lebensform, die der unseren so fremd ist, dass wir sie glücklicherweise als „unschuldig“ und da-her als rundum gut und angenehm empfinden können. Das muss gerade in einer Kunstausstellung manchmal auch möglich sein.

Galerie Lutz, Meuschelstr. 51: Animal. Bis 8. Februar, Di.–Fr. 15–18.30 Uhr, Sa. 11–15 Uhr.

KreisGalerie, Kartäusergasse 14: Jens Wohlrab. Bis 25. Februar, Mi. 16–20 Uhr, Do./Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–15 Uhr.

Galerie Atzenhofer, Maxplatz 46: Tania Engelke/Claudia Wirth. Bis 2. März, Do.–So. 13–18 Uhr.
 

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