Gefährliches Radweg-Ende: SPD fordert Lückenschluss

15.2.2021, 14:50 Uhr
Am östlichen Ende von Fischbach endet der Radweg in Richtung Brunn. Die SPD fordert nun einen Lückenschluss bis zu den Waldwegen. 

Am östlichen Ende von Fischbach endet der Radweg in Richtung Brunn. Die SPD fordert nun einen Lückenschluss bis zu den Waldwegen.  © Roland Fengler, NNZ

Ziemlich abrupt endet der Radweg am östlichen Ortsausgang von Fischbach. An der Sportanlage des TSV stehen Radler und Fußgänger an der Kreisstraße LAU 13 nach Altdorf.

Wer weiter nach Brunn und Netzstall möchte, muss zunächst die frequentierte Straße überqueren, dann einige hundert Meter an der engen Verbindungsstraße nach Brunn entlangfahren und kann dann erst bei einer Kleingartenanlage in eine ausgeschilderte Route durch den Wald abbiegen. Eine ziemlich gefährliche Angelegenheit, findet die SPD Fischbach, die sich hier dringend einen Lückenschluss wünscht.

Jetzt ist der Stadtrat am Zug

"Wir haben die Anregung gerne aufgegriffen“, sagt Nasser Ahmed, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion. Die Genossen haben nun beantragt, dass die Stadtplaner hier verschiedene Varianten einer sicheren Querung und Wegführung prüfen. Der Stadtrat muss sich nun mit dem Antrag befassen.

Ahmed verweist auf den Ende Januar beschlossenen Mobilitätspakt, der einen Ausbau des Radwege-Netzes vorsieht. Die Strecke nach Fischbach sei zudem eine der 18 Radvorrangrouten, auf deren Ausbau sich der Stadtrat bereits 2020 geeinigt hat.

In den kommenden zehn Jahren soll hier ein durchgängiges Fahrrad-Hauptverkehrsnetz entstehen. „Unser Ziel ist es, mehr Menschen fürs Radfahren zu begeistern und so den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren. Aber die Leute steigen nur um, wenn die Radwege sicher und durchgängig sind“, sagt Ahmed, der selbst gerne mit dem Rad unterwegs ist.

Drei Varianten im Spiel

Drei Möglichkeiten sieht die SPD: Variante 1 verläuft entlang der Brunner Straße, also auf der Route, die die meisten Radler derzeit nehmen. Hier könnte es allerdings bauliche Probleme mit Krötentunneln und -zäunen geben und man müsste sich mit privaten Grundstücksbesitzern einigen.

Den zweiten Vorschlag, den die Fischbacher Genossen derzeit favorisieren, verlängert den bestehenden Radweg um etwa 200 Meter entlang der Kreisstraße. Dann müssten die Radler die Straße überqueren und gelangen über einen Wirtschaftsweg zur Brunner Radroute. Von dieser Variante würden auch Radler, die zu den Forstwegen Richtung Birnthon, Feucht und Moosbach möchten, profitieren.

Bei der dritten Variante wechseln die Radler bereits kurz nach der Brücke über die Autobahn 9 die Straßenseite und gelangen über Forstwege und einen schmalen Wanderpfad zur Brunner Straße auf Höhe der Kleingärten. Allerdings müssten sie bei dieser Version zweimal Straßen überqueren.

Franz Janka und Arno Kaltofen von der SPD Fischbach sowie Nasser Ahmed von der SPD-Stadtratsfraktion (von links nach rechts) wünschen sich einen Lückenschluss im Radewegenetz im Nürnberger Südosten. 

Franz Janka und Arno Kaltofen von der SPD Fischbach sowie Nasser Ahmed von der SPD-Stadtratsfraktion (von links nach rechts) wünschen sich einen Lückenschluss im Radewegenetz im Nürnberger Südosten.  © Roland Fengler, NNZ

Für alle drei Möglichkeiten, das stellen Franz Janka und Arno Kaltofen vom SPD-Ortsverein Fischbach klar, sei für die Sicherheit der Radfahrer eine Querungshilfe unabdingbar. Der Grund: Autofahrer, die aus Fischbach kommen, geben nach Überqueren der Autobahnbrücke gerne Gas und Fahrer aus Richtung Altdorf haben noch ordentlich Tempo auf dem Tacho.


Neubaugebiet in Brunn anbinden


Dringlich erscheint den Genossen der Lückenschluss auch, weil der kleine Stadtteil Brunn wachsen soll: Ein neues Wohngebiet mit 30 Häusern und Kinderbetreuungseinrichtungen ist geplant. Für neue und alte Bewohner des Ortes soll es neben dem Auto und dem Bus auch noch andere Möglichkeiten geben, den Wohnort sicher zu erreichen, sagen Janka und Kaltofen.


In den Schubladen der Verwaltungsbehörden verschwunden ist offenbar ein Plan für einen Radweg entlang der Kreisstraße LAU 13, der bereits vor Jahrzehnten diskutiert wurde. „Die Strecke zwischen Fischbach und Altdorf wird im Sommer von vielen Radsportlern genutzt. Es wäre schön, wenn sich Stadt und Landkreis zusammensetzen würden“, findet Franz Janka.

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