Gegner von Corona-Maßnahmen stoßen in Nürnberg auf geringes Echo

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Hartmut Voigt

Lokalredaktion Nürnberg

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20.2.2021, 16:14 Uhr

© Stefan Hippel/NNZ

Im Schatten der Lorenzkirche sammeln sich 50 Frauen und Männer um den Stand der AfD, um ihre Meinung kundzutun. Landtagsabgeordneter Ferdinand Mang erklärt, dass sich seine Partei um den Einzelhandel sorgt: "Ich habe mit Selbstständigen gesprochen, die ihre Bausparverträge und Altersvorsorge aufgelöst haben. Andere verpfändeten ihren Schmuck und verkauften ihr Auto." Die versprochene Hilfe der Bundesregierung komme nicht an, meint er.

Maskenpflicht wird eingehalten

Eine Frau hält ein Plakat in die Höhe: "Wir verlangen unsere Grundrechte zurück". Auf die Frage, welche Grundrechte ihr denn besonders wichtig sind, wehrt sie ab: Sie gebe keine Interviews. Ihre Nachbarin meint dagegen: "Na, die Grundrechte eben." Die elektronische Laufschrift eines Polizeiautos weist auf die Pflicht hin, Maske zu tragen und Abstand zu halten. Dies wird auch befolgt.

Gleiches Bild vor dem Opernhaus. Dort treffen sich rund 30 Teilnehmer mit Maske und Abstand zum "Schweigemarsch", oder besser: zum "Schweigestand". Denn das Ordnungsamt gestattet keine Umzüge. 200 Personen waren genehmigt. "Da ist also noch Luft nach oben", meint Veranstaltungsleiterin Gerlinde Eckardt, "wir sind kein Verein, keine Organisation. Wir schweigen gemeinsam, weil niemand mit uns geredet hat."

"Berufsverbot der Gastronomie beenden"

© Stefan Hippel/NNZ

Die Gruppe fordert, das "Berufsverbot" für Gastronomie und Einzelhandel zu beenden und sofort wieder Öffnungen zuzulassen. Außerdem unterstreichen die Teilnehmer, dass Impfungen freiwillig bleiben müssen und keine Zwei-Klassen-Gesellschaft aus Geimpften und Nicht-Geimpften entstehen dürfe.

Die gesellschaftliche Spaltung müsse ein Ende haben, man habe genug von dieser Politik, merkt eine weitere Sprecherin noch an und verweist auf einen "Schweigemarsch" am 24. April in Berlin: "Da sind wir dann hoffentlich nicht nur eine Handvoll Teilnehmer wie heute."

Passanten genießen schönes Wetter

Abseits der Kundgebungen nutzen dagegen viele Passanten in der Innenstadt das schöne Wetter, um sich in der Fußgängerzone oder auf der Burgfreiung zu sonnen und ein Getränk zum Mitnehmen zu genießen.

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