Gorilla Thomas ist da: Tiergarten hat neuen Silberrücken

Hartmut Voigt
Hartmut Voigt

Lokalredaktion Nürnberg

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26.10.2018, 16:45 Uhr
Derzeit erkundet der Neuzugang im Tiergarten sein Gehege.

© Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg Derzeit erkundet der Neuzugang im Tiergarten sein Gehege.

Als der 15-jährige Menschenaffe allein in die Innenräume des Affenhauses gelassen wurde, geschah etwas Unerwartetes: "Er legte sich erst einmal hin und hat gepennt", berichtet Helmut Mägdefrau, Vizedirektor des Tiergartens. Der Transport war anstrengend und die Neugier auf seinen vierköpfigen Harem zunächst offenbar nicht übermäßig groß. Thomas war aus dem spanischen Valencia gekommen. Im dortigen Bioparc hatte er in einer Junggesellen-Gruppe gelebt. Ein Pfleger begleitete den Silberrücken auf seiner Reise. Das war wichtig, um dem Tier eine gewisse Vertrautheit in der fremden Umgebung zu geben.

Nachdem sich das neue Leittier ausgeschlafen hatte, inspizierte es die Innenräume und anschließend die Außenanlage. Währenddessen hielt man die vier weiblichen Nürnberger Gorillas noch auf Abstand. Doch als sie durch die Scheibe Kontakt zueinander aufgenommen hatten und keine Aggressionen laut wurden, ließ man die Tiere zusammen.

Keinerlei Rangkämpfe

Nach Auskunft von Beobachtern hat die Zusammenführung problemlos geklappt. Es gab keinerlei Rangkämpfe, obwohl Lena nach dem Tod von Silberrücken Fritz die Leitung der Gruppe übernommen hatte. "Unter einem männlichen Silberrücken hat ein Weibchen nichts zu melden, er ist ja doppelt so kräftig wie sie", meint Biologe Mägdefrau. Thomas soll für Nachwuchs sorgen. Bislang hat er noch keine Nachkommen gezeugt. Für den Tiergarten sind Affenbabys wichtig - nicht, weil sie süß aussehen, sondern um die genetische Linie fortzuführen.

Die beiden Asiatischen Löwen, Kater Subali und Löwin Aarany, hatten sich bei ihrer ersten Begegnung zunächst angefaucht, dann aber schnell wieder beruhigt.

Die beiden Asiatischen Löwen, Kater Subali und Löwin Aarany, hatten sich bei ihrer ersten Begegnung zunächst angefaucht, dann aber schnell wieder beruhigt. © Helmut Mägdefrau/Tiergarten Nürnberg

Das Gleiche gilt für die beiden Asiatischen Löwen. Seit Donnerstag nutzen Kater Subali und Löwin Aarany die Außenanlage gemeinsam. Damit das erste Rendezvouz nicht in einer Katastrophe endet, stand die Feuerwehr mit einem Wasserschlauch parat. Wenn die beiden Raubkatzen übereinander hergefallen wären, hätte man sie durch eine kräftige Dusche getrennt. Diese Vorsichtsmaßnahme gibt es im Nürnberger Tiergarten bei Löwen schon seit langem.

Hoffnung auf Löwen-Nachwuchs ist groß

Der erste direkte Kontakt verlief dann auch nicht ganz so harmonisch: "Erst sind sie aufeinander los und haben sich angefaucht", berichtet Mägdefrau, "dann versuchten sie, sich gegenseitig eine Watschn zu geben. Doch schließlich äußerten beide keine Aggression mehr." Sie lagen zeitweise nebeneinander - aber mit einem Sicherheitsabstand von fünf bis acht Metern.

Beim Fressen werden die Großkatzen noch getrennt, um nicht Gewalttätigkeiten aus Futterneid zu provozieren. Die Hoffnung auf Löwen-Nachwuchs ist groß. Denn laut Europäischem Erhaltungszuchtprogramm (EEP) rangiert Aarany auf Platz 4 von 78 Asiatischen Löwinnen in europäischen Zoos. Am Computer hat man errechnet, dass das Aaranys Genmaterial äußerst selten verbreitet ist. Löwe Subali hat allerdings auf seinen bisherigen Stationen noch keine Kinder gezeugt. "Es ist seine dritte und letzte Chance", meint Mägdefrau.


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