Hallertorbrücke wird 2016 für Straßenbahnen 4 und 6 gesperrt

13.1.2015, 08:54 Uhr
Die täglich von 31 000 Fahrzeugen genutzte Hallertorbrücke muss dringend saniert werden. Teile stammen noch aus dem 17. Jahrhundert. Das Tragwerk ist für den Verkehr und die schweren Straßenbahnen nicht ausgelegt.

© Foto: Michael Matejka Die täglich von 31 000 Fahrzeugen genutzte Hallertorbrücke muss dringend saniert werden. Teile stammen noch aus dem 17. Jahrhundert. Das Tragwerk ist für den Verkehr und die schweren Straßenbahnen nicht ausgelegt.

Die zweibogige Brücke über die geteilte Pegnitz ist stark befahren. Werktäglich nutzten sie nach den Verkehrszählungen der letzten Jahre im Schnitt 30 000 bis 31 000 Fahrzeuge. Fußgänger sind auf der Brücke ebenso unterwegs wie Radler. Zudem fahren täglich zwei Straßenbahnlinien darüber. Doch das Bauwerk ist für so viel Verkehr - und vor allem für so viel schweren Verkehr (Lkw und die moderne Variobahn der VAG) - nicht ausgelegt.

Denn Teile der Brücke gehen noch auf das Jahr 1697 zurück. Erweiterungsbauten folgten 1936 und 1963. Insgesamt besteht die Brücke aus vier eigenständigen Tragsystemen. Seit gut drei Jahren steht das Einzelbauwerk sogar auf der Liste des Denkmalschutzes. Und schon seit geraumer Zeit ist es auch auf der Liste der maroden Brücken in Nürnberg, die dringend saniert werden müssen.

Die Mängelliste ist lang. Neben der unzureichenden Tragfähigkeit ist es durch viele Risse eindringende Feuchtigkeit, die dem Bauwerk seit Jahrzehnten zusetzt. Beton und Bewehrungen sind teilweise stark mitgenommen. Auch durch einsickerndes Tausalz wurde die Bausubstanz kontinuierlich belastet. Die östlichen Straßenbahngleise schleifen über die Bauwerksfugen, monieren Fachleute.

17 Bäume werden gefällt

Dann sind da noch insgesamt 54 schwer begehbare Hohlkammern. Sie werden mitsaniert und die Zugänge vergrößert, mit Leitern und Steighilfen versehen. Denn von den Kammern aus können Mitarbeiter den Brückenzustand begutachten. Daher werden Lüftungsschlitze angebracht, damit schädliche Abgase abziehen können.

Mit dem ersten von zwei Bauabschnitten soll im August begonnen werden. Das geht aus der Vorlage für die Stadträte im Sör-Werkausschuss hervor, der am 23. Januar stattfindet. Bereits im Februar sollen - die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde vorausgesetzt - 17 Bäume im Bereich des Kontumazgartens gefällt werden.

Denn auch die Geh- und Radwegunterführung südlich der Brücke (Westtorgraben - Kontumazgarten) wird bei der Generalsanierung gleich miterledigt. Sie ist eine wichtige Verbindung in die Altstadt und zur Weststadt. Ausgleich für die Bäume ist vorgesehen, versichert der städtische Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör). Ebenso wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Grünplanung für den Baubereich. Auch die Treppenanlage zur Hallerwiese im Nordwesten wird erneuert. Es gibt auch eine neue Ampelanlage am Hallertor.

Bauarbeiten bis Ende 2016

Die anderthalbjährigen Bauarbeiten haben auch Auswirkungen auf den Verkehr. Schon ab 1. April soll der Straßenbahnverkehr der Linie 4 (Plärrer-Thon/Am Wegfeld) und der Linie 6 (Plärrer-Johannisstraße) eingestellt werden. Dauer: bis zum 31. Dezember 2016. Für den Schienenersatzverkehr sind Busse vorgesehen. Denn der Kraftfahrzeugverkehr soll laut Sör während der gesamten Bauphase, die bis Dezember 2017 dauern soll, eingeschränkt weiter über die Brücke geführt werden. Für Radfahrer, deren vielkritisierter schmaler Fahrstreifen nach der Sanierung verbreitert wird, gibt es jedoch eine Umleitung.

Die Gesamtkosten für die Brückensanierung schätzt die Stadt Nürnberg auf 7,25 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die nicht weiter bezifferten Kosten für die Gleisbauarbeiten und die Arbeiten an der Oberleitung. Die muss die VAG tragen.

Die Hallertorbrücke ist nur eine von vielen baufälligen Brücken im Stadtgebiet. Mehrere große Tragwerke, allen voran die große Brücke am Hafen, müssen in naher Zukunft für mehrere Hundert Millionen Euro saniert werden. Das Geld dafür ist längst noch nicht im Haushalt der Stadt enthalten.

In einer ersten Version des Artikels schrieben wir fälschlicherweise, die Sperrung erfolge ab April 2015. Die Bauabeiten beginnen jedoch erst ab April 2016.

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