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Hier wird Ihnen bei Herzrhythmusstörungen geholfen

Erlangen und Nürnberg vorne beim NZ-Klinikcheck - 29.08.2020 05:54 Uhr

Mini-Computer, die dem Herzen auf die Sprünge helfen: ein Herzschrittmacher (li.) und ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) (re.) 

© Roland Fengler, NZ


Der Herzschrittmacher ist ein Mini-Computer und überwacht kontinuierlich die elektrische Aktivität des Herzens. Ist der Herzschlag zu langsam oder setzt er aus, regt der Herzschrittmacher mit elektrischen Impulsen die Herzmuskelzellen an. Der ebenfalls implantierbare Kardioverter-Defibrillator (ICD), der etwas größer ist als ein Herzschrittmacher, funktioniert ähnlich, hat aber noch Zusatzfunktionen. So schreitet er bei schnellen Rhythmusstörungen ein, die ansonsten lebensbedrohlich würden: Kammerflattern und -flimmern sind medizinische Notfälle, sie führen zum Herz-Kreislaufstillstand. Der Defibrillator kann diese gefährliche Situation durchbrechen und bewirkt die Normalisierung des Herzschlags mit Impulsen bis hin zu Hochenergieschocks.

Nicht jeder Herzinfarkt erfordert einen Herzschrittmacher


Nicht erst ein Herzinfarkt macht solche Geräte notwendig. Es kann zwar sein, dass als Folge eines Herzinfarktes ein Defibrillator oder Herzschrittmacher erforderlich wird, aber längst nicht jeder Infarkt schädigt das Herz so, dass man danach Rhythmusstörungen oder ein erhöhtes Risiko für Kammerflimmern behält.
Es gibt auch ganz andere Gründe dafür, dass ein Herzschrittmacher oder Defibrillator erforderlich wird. Dazu zählen zum Beispiel Entzündungen des Herzmuskels, in seltenen Fällen angeborene Herzfehler oder gar die Nebenwirkung von lebenswichtigen Medikamenten. Manchmal ist es ohne weiteren fassbaren Grund einfach das alternde Herz, welches einen Herzschrittmacher erforderlich macht, weil Bindegewebseinlagerungen die Rhythmus-Zentren des Herzens ermüden lassen.

Beim Defibrillator ist das anders. Die Patienten sind hier im Schnitt jünger und ihr Herz zeigt häufig eine stark verminderte Pumpleistung der linken Herzkammer. Oder sie haben schon einmal einen Herzstillstand überlebt. Es gilt, solche Patienten vor weiteren derartigen dramatischen Ereignissen zu schützen. Wichtig ist, dass nicht jede Rhythmusstörung mit einem Herzschrittmacher oder Defibrillator behandelt werden muss, denn mit vielen Formen kann man gut leben.

Was den Erfolg seiner Klinik beim NZ-Klinikcheck ausmacht, beschreibt der Erlanger Kardiologe Prof. Dr. Stephan Achenbach, Direktor der Medizin 2 des Uni-Klinikums Erlangen, wie folgt: "Am Universitätsklinikum Erlangen besteht eine sehr lange Tradition bei der Behandlung von Rhythmuspatienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren. Auch beim Einsatz von sondenlosen Schrittmachern und Stimulationssystemen zur Behandlung der Herzschwäche wiegt die inzwischen langjährige Erfahrung als großer Vorteil.

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Hohe Eingriffszahlen sind für die Qualität entscheidend


Erfahrung, hohe Eingriffszahlen und die Tatsache, dass ein eingespieltes, stabiles Team von speziell zertifizierten Ärzten und Assistenzpersonal die Operationen vornimmt, ist für die Qualität entscheidend. Neben der fachlichen Expertise haben wir das große Glück, dass wir in allen Berufsgruppen ausgesprochen motivierte Mitarbeiter haben. Das spiegelt sich dann in der sehr hohen Patientenzufriedenheit wieder, die im Ranking für das Universitätsklinikum Erlangen ermittelt wurde.
Und schließlich bemühen sich die Ärzte des Universitätsklinikums auch außerhalb der eigenen Klinik um die Verbesserung der Versorgung von Schrittmacher- und ICD-Patienten, etwa durch Schulungen anderer Ärzte.


Und der andere Klinikcheck-Sieger, Dr. Karsten Pohle vom Krankenhaus Martha-Maria, sagt über das gute Abschneiden seiner Klinik: "Für eine optimale Versorgung von Patienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren ist neben der korrekten Indikationsstellung insbesondere eine enge Begleitung der zumeist herzschwachen Patienten wichtig. Denn der Defibrillator ist nur ein Baustein in der komplexen Therapie der zugrundeliegenden oft schweren Herzerkrankung."

Über 40 Kliniken auf dem Prüfstand


Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass es regionale oder deutschlandweite Unterschiede bei bestimmten Krankenhausbehandlungen geben kann, indem sie öffentlich vorliegende Qualitätsberichte und Patientenempfehlungen ausgewertet haben.
Für die Nürnberger Zeitung tun dies exklusiv zum fünften Mal in Folge für die regionalen Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern rund um Nürnberg die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement). Nach streng wissenschaftlichen Kriterien haben sie über 40 Kliniken unter die Lupe genommen - und dazu in detaillierter Kleinarbeit verschiedene öffentlich zugängliche Datenquellen ausgewertet.

Klicken Sie hier, um die Infografik in voller Auflösung zu sehen.

© Infografik


Jeden Samstag werden die bewährten Klinik-Rankings in den neuen Folgen zu bestimmten Indikationen in der Nürnberger Zeitung veröffentlicht. 17 Folgen wird es in diesem Jahr geben. Darunter ganz neu Operationen bei Leistenbruch, sofern sie in Kliniken stattfinden, aber auch Knieoperationen, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase.

Das NZ-Klinikranking will dazu beitragen, den Patienten die besten Kliniken aufzuzeigen und zugleich das Qualitätsbewusstsein bei den Krankenhäusern zu schärfen. Dass dies bereits gelungen ist, zeigt sich an einzelnen Kliniken, die die aktuellen Ergebnisse Woche für Woche gemeinsam mit den Fachärzten auswerten. Auch niedergelassenen Medizinern, die oft nicht die Zeit haben, sich in ausführliche Qualitätsberichte einzulesen, will das Projekt Hilfestellung geben, die jeweils beste Klinik für ihre Patienten zu finden.
PD Dr. Martin Emmert von der Universität Erlangen-Nürnberg betont, dass im Vergleich zu anderen Rankings wie der Focus-Ärzteliste oder dem FAZ-Ranking "Deutschlands beste Krankenhäuser" die Vorgehensweise beim NZ-Klinikcheck von jedem Interessierten einsehbar und nachvollziehbar ist. "Wir sind zu 100 Prozent transparent", sagt Emmert.

Am 5. September gibt es auf nordbayern.de und in der Nürnberger Zeitung die Ergebnisse zum Thema Brustkrebs-OPs.

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Susanne Stemmler

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