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"Horch amol"-Podcast: "Ohne dem Pkw etwas wegzunehmen, wird es nicht gehen"

Nasser Ahmed über Verkehr der Zukunft und Ambitionen auf den SPD-Parteivorsitz - 17.03.2021 20:10 Uhr

"Es wird die Verkehrswende nicht geben, wenn wir dem Auto nicht Platz wegnehmen", sagt Nasser Ahmed und plädiert dafür jetzt den Menschen "reinen Wein einzuschenken". Wenn nämlich Straßenbahn, Fußgänger und Radfahrer etwa in der Bayreuther Straße zu ihrem Recht kommen sollen, dann geht das nur durch die Wegnahme einer Fahrspur für den Autoverkehr. Eine Aussage, die so manchem CSU-Mandatsträger nicht gefallen dürfte, merkt NN-Chefredakteur Michael Husarek an, doch Ahmed setzt sogar noch nach und ergänzt, dass diese Aussage auch für "andere Hauptverkehrsstraßen" gelte.

Horch amol: SPD will mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger

Alleine damit dürfte einiger Zündstoff für die nächste Verkehrsausschusssitzung gelegt sein. Denn bereits im April soll die Verwaltung eine Beschlussvorlage vorlegen und die Haltung der SPD hört sich recht hartleibig an. Dabei beziehe er sich lediglich auf den gemeinsam beschlossenen Mobilitätspakt, sagt Nasser Ahmed, mit dem vor wenigen Monaten der drohende Radentscheid abgewendet wurde. "Dort steht klipp und klar drin, dass der Umweltverbund dem Auto kommt", hält das Stadtratsmitglied fest. Damit sei klar, "dass hier und dort ein Parkplatz oder eine Fahrspur wegfällt", so Ahmed.

Wichtig ist ihm dabei die zeitliche Komponente. Seine Perspektive richtet sich bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus. Der Verkehr werde sich in den nächsten Jahren weiter deutlich verändern und es gelte "mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen". Er setze sich dafür ein die Verkehrswende "Stück für Stück" anzugehen. Der "große Denkfehler", den nach seiner Ansicht auch die CSU immer noch macht, sei der starre Blick auf das jetzige Verkehrsaufkommen und nicht der Blick darauf, wie der Verkehr in fünf oder zehn Jahren aussehen wird.

Ahmed Nasser plädiert zudem für ein neues Verhandeln über den öffentlichen Raum unter möglichst großer Bürgerbeteiligung. Nur so sei es möglich, ein Gesamtkonzept zu entwickeln und nicht "jedem einzelnen Parkplatz nachzutrauern". Er betont dabei, dass die SPD keineswegs der Ansicht ist, dass "das Auto keine Zukunft hat". Deshalb gelte weiterhin ihr Ruf nach Quartiersparkhäusern, um den öffentlichen Raum vom ruhenden Verkehr zu befreien.

In Sachen Fußgängerzone Königsstraße hat Nasser Ahmed die Hoffnung, dass es noch in diesem Jahr der Beschluss fällt und "wir dann eine interimsmäßige Lösung ohne große Umbauten schnellstmöglich umsetzen." Rücksicht nehmen will man dabei auf die vorhandenen Behindertenparkplätze und die Zufahrtsmöglichkeiten für Anwohner ebenso wie zu den dort ansässigen Hotels.

Bilderstrecke zum Thema

Einkaufsmeile im Wandel: So sah es in der Königstraße früher aus

Restaurants, Lederwaren, Fastfood-Ketten, ein Gesangsstudio und ein Erotik-Laden: Die Königsstraße ist eine bunte Einkaufsmeile. Wer am Nürnberger Hauptbahnhof ankommt und in Richtung Altstadt möchte, läuft unweigerlich durch die Königsstraße. Sie führt vom Frauentorturm über die Lorenzkirche bis hinunter zur Museumsbrücke. Ihren Namen erhielt die Königstraße im Jahr 1810 nach der "Bajuwarisierung" Nürnbergs, zu Ehren des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph. Wo heute Menschen durch die Fußgängerzone flanieren, nahm übrigens der Nürnberger öffentliche Nahverkehr seinen Anfang: Ab 1881 verkehrte dort die erste Pferdebahn. Jahre später brachte eine Tram die Menschen an ihr gewünschtes Ziel. Wie sich die Königstraße im Laufe der Zeit verwandelt hat, zeigen wir hier.


Auch zu seiner politischen Zukunft äußerte sich der bisherige stellvertretende SPD-Vorsitzende. Im Februar erklärte er seine Bereitschaft für den Vorsitz zu kandidieren, inzwischen gibt es mit Gabriela Heinrich, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, eine Konkurrentin um den Platz an der Spitze der Nürnberger Sozialdemokraten. "Ich stehe für einen neuen Aufbruch mit klarer Kante", sagt er selbstbewusst. Doch hören Sie selbst.....


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