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Immer mehr Problemhunde im Nürnberger Tierheim

Die Tierheim-Leitung kennt den Grund für diesen Trend - 03.02.2020 06:01 Uhr

Mitarbeiterin Birgit Baier kümmert sich um Mischling Noah, der seit fast drei Jahren im Tierheim an der Stadenstraße lebt. Er ist dort einer von derzeit vier Problemhunden. © Stefan Hippel, NNZ


Sobald man den Boxengang betritt, beginnen die Hunde zu bellen und springen gegen die Gittertüren ihrer Käfige. Sie können den Besucher noch gar nicht sehen, aber sie verteidigen ihr Revier lautstark, das aus wenigen Quadratmetern besteht.

Mischling Noah kläfft aufgeregt. Der sechsjährige Rüde hat fast die Hälfte seines Lebens im Heim verbracht. Er stammt ursprünglich aus Griechenland. "Der letzte Besitzer hat ihn als ,Fundhund' vorbei gebracht, aber das ist nicht wahr“, sagt die stellvertretende Tierheim-Leiterin Miriam Bader, "wir haben über Facebook herausgefunden, dass der Hund schon dreimal sein Zuhause verloren hat.“

Misstrauisch gegenüber Menschen

Die 35-Jährige meint, dass Noah gegenüber Menschen sehr misstrauisch ist und dass man sein Vertrauen nur langfristig gewinnen kann. Dafür müssten Interessierte genug Zeit und Toleranz mitbringen. Doch den meisten sei dies zu anstrengend.

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Noah ist derzeit nicht der einzige Hund mit Verhaltensauffälligkeiten im Heim im Nürnberger Norden. Drei weitere sind ebenfalls schwer vermittelbar. Der Trend nimmt bundesweit zu, dass immer mehr schwierige Vierbeiner in Tierheimen landen.

"Ohne intensives Training nicht vermittelbar"

Dafür gibt es einen Grund: Viele Menschen überschätzen sich oder gehen nur nach der Optik, meint Bader, und sie kommen dann mit einem anstrengenden Hund nicht zurecht. Die Menschen machen die Fehler, nicht die Hunde, meint sie. Und wenn die Besitzer aufgeben, landen die anstrengenden Tiere im Heim.


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"Ohne intensives Hundetraining sind sie nicht vermittelbar", sagt Inge Wanken, Vorsitzende des Trierer Tierschutzvereins, der dem "Bündnis Schattenhund“ beigetreten ist. Dem Zusammenschluss gehören sieben Tierheime und Vereine aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Wetsfalen und Hessen an. "Schattenhunde“ sind Hunde, die irgendwann keiner mehr sieht, weil sie seit Jahren im Tierheim sind - und die keiner mehr holt.

Bei Rückkehr ins Heim oft verstört

Gespür, Geduld und Toleranz müssen interessierte Hundehalter mitbringen, wenn sie einen Problemfall bei sich aufnehmen wollen. Die Tiere brauchen Zeit, um sich an die neue Umgebung und die neuen Bezugspersonen zu gewöhnen. Das kann dauern, in nur zwei Wochen legt kein schwieriger Hund sein Verhalten ab. So sollen sich Hund und Herrchen oder Frauchen erst einmal bei Besuchen im Tierheim aneinander gewöhnen.

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Für das Tierheim spielt die Zeitdauer keine Rolle. Wichtig ist vielmehr, dass die Vermittlung klappt. "Denn wenn die Hunde zurückgegeben werden, sind sie oft verstört. Sie verstehen nicht, warum sie ihr Zuhause schon wieder verloren haben“, erklärt Bader. Die Pfleger müssten dann versuchen, die Verhaltensdefizite bei den Hunden aufzuarbeiten. Doch dafür fehle meist das Personal.

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