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In Corona-Zeiten: Musikorgel trällert vor Altenheim

Schausteller wollen mit weiteren Aktionen helfen - 26.03.2020 06:00 Uhr

Schausteller Johannes Braun und seine acht Meter große Konzertorgel: Der 39-Jährige hält eine Papperolle in der Hand. Auf das feste Papier sind Melodien von vier Liedern eingestanzt. © Michael Matejka


Johannes Braun holt sein acht Meter langes Schmuckstück aus dem Winterquartier: Die Musikorgel steht normalerweise bei Volksfesten am Kinderkarussell und macht lautstark auf sich aufmerksam. Jetzt will sie der 39-Jährige vor Nürnberger Seniorenheimen aufbauen und dort für gute Stimmung sorgen.


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Schließlich dürfen die alten Menschen derzeit nicht ihre Zimmer verlassen aus Vorsorge gegen den Coronavirus. Aber sie könnten mit ausreichendem Abstand zueinander zu den Fenstern herausschauen oder auf Balkonen dem kleinen Standkonzert zuhören.

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Das wäre eine Abwechslung in ihrem derzeit eintönigen, eingeschränkten Alltag. "Ich will den alten Menschen Freude bringen, das ist mein Ziel", meint Braun. Jedes Heim soll entscheiden, ob es das kostenlose, musikalische Angebot annehmen will und sich mit dem Schaustellerverband (Telefon: 0911/46 86 00) in Verbindung setzen.

"Sollte es zu Engpässen kommen, stehen wir bereit"

Seine Musikorgel, die bereits 80 Jahre im Familienbesitz ist, kann eine breite Palette von Liedern trällern: Schlager, Weihnachtsmusik, Opern, Märsche insgesamt 350 Stücke. Der "Fluch der Karibik" ist ebenso drunter wie "My way", "Das Phantom der Oper". oder der "bayerische Defiliermarsch" sind beispielsweise darunter.

Braun könnte mit seiner Orgel zwei bis drei Altenheime pro Tag abklappern, schätzt er. Schließlich braucht er jeweils einige Zeit zum Auf- und Abbauen.

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Die Angebote der Schausteller sind aber nicht auf Drehorgel-Musik beschränkt: "Wir Schausteller verfügen über Lkw und Lieferwagen, mit denen wir lebenswichtige Güter wie Medikamente oder Hygieneartikel transportieren könnten", betont Bergmann. Außerdem hätten sie Kräne und Werkzeuge, mit denen sie Feuerwehr, Polizei und die Hilfsdienste unterstützen könnten. "Sollte es zu Engpässen kommen, stehen wir gerne in der krisenbedingten Zwangspause bereit", unterstreicht der Schausteller.

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