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In Nürnberg gehen die ersten Pop-up-Läden an den Start

Die Stadt will damit der Verödung der Innenstadt entgegen wirken - 20.04.2021 18:10 Uhr

So leer war es vor Corona in der Nürnberger Innenstadt nur selten. Doch im Lockdown  gehört wenig Betrieb in der Fußgängerzone zum Alltag.

20.04.2021 © Stefan Hippel, NNZ


Auch wenn derzeit ohnehin nur "Click und collect" erlaubt ist, ist es beim Bummel durch die Innenstadt kaum zu übersehen: Immer mehr Läden mussten bereits dauerhaft schließen, allein in der Breiten Gasse hat das Wirtschaftsreferat rund 18 leerstehende Geschäfte gezählt. Damit die Innenstadt nicht auf Dauer verödet, hat die Stadt gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer im Rahmen der Citywerkstatt Projekte zur (Wieder-)Belebung auf den Weg gebracht. Dazu gehören so genannte Pop-up-Stores, bei denen Zwischennutzer die leerstehenden Ladenflächen zu günstigen Konditionen übernehmen. Auch eine Begrünung des Lorenzer Platzes ist geplant. Eine Künstlerin und ein Messebauer sind jetzt die ersten, die das Pop-up-Angebot nutzen.

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Trotz der desolaten Lage ihrer Branche hat sich Iris Wörnlein-Herbke gleich zwei verschiedene Geschäfte gesichert: Im ehemaligen Runners Point in der Breiten Gasse will die Geschäftsführerin von Messebau Wörnlein das Schaufenster zu Werbezwecken gestalten, in der Adlerstraße will sie, sobald es die Corona-Regeln zulassen, einen richtigen Laden eröffnen.

"ZwischenZEIT" heißt das Projekt, hinter dem gleich mehrere Ideen stehen: In dem Laden werden die Pop-up-Möbel zu sehen sein, die Wörnlein mit ihrem Team entwickelt hat und die sie künftig an andere Zwischennutzer vermieten will. Dazu gehören mobile Tresen und Kofferschrankregale, die bei Bedarf schnell auf- und ebenso schnell wieder abgebaut werden können. Auf diese Möglichkeit ist auch die Geschäftsführerin selbst angewiesen. Sollten die Räume auf Dauer vermietet werden, müsse sie den Laden binnen 48 Stunden räumen, sagt sie. Dafür profitiert der Betrieb von günstigen Konditionen und kann die Flächen unentgeltlich oder gegen eine geringe Nutzungsgebühr vorübergehend übernehmen.


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Die Möbel auf Rollen werden aber nicht leer im Laden stehen. Neben den Produkten der hauseigenen Schreinerei will Wörnlein dort verschiedene regionale Waren anbieten und dabei auch mit Start-ups zusammenarbeiten. "Wir sind für jedes regionale Produkt mit Geschichte zu haben", sagt die Chefin, die trotz der bereits über ein Jahr andauernden Zwangspause für den Messebau nicht aufgeben will. "Aus der Verzweiflung heraus entstehen auch neue Ideen", sagt sie mit Blick auf die von ihr entwickelten Mietmöbel.

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Die Pandemie sei auch eine Chance für neue Innenstadtnutzungen, die es bisher in den teuren City-Lagen nicht habe geben können, sagt Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Mit dem Pop-up-Konzept wirke man "Trading-down-Effekten" entgegen, die durch Leerstände entstehen könnten. "Und wir bieten Sichtbarkeit in hochwertigen Lagen. Das ist eine echte Win-Win-Situation für Eigentümer, Nutzer und die Stadt." Profitieren können davon auch Künstler und Kreative wie Marion Hammer. Die Fotografin wird in der Breiten Gasse 30 die Schaufensterausstellung "Mellow Mind" gestalten und ihre Bilder präsentieren. Ansprechpartner für diesen Bereich ist die Agentur Raumkompass.


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