Samstag, 07.12.2019

|

zum Thema

Kommt das Altstadtrennen zurück nach Nürnberg?

Sportbürgermeister Klemens Gsell spricht von einer "großen Chance" - 27.09.2019 05:44 Uhr

Letztmals drehten die Radler im Mai 2015 ihre Runden um die Nürnberger Altstadt – nun hoffen Sportfreunde auf eine Wiederbelebung der Tradition im August 2020. © Foto: Stefan Hippel


Letztmals fand das Radrennen im Jahr 2015 als Schlussetappe der Bayern-Rundfahrt statt; der Wettbewerb der Leistungssportler war stets verbunden mit einem Jedermann-Rennen für die Hobbyradler. Das im Dezember 2015 verkündete Aus für die Bayern-Tour bedeutete indes nach 25 Auflagen seit 1991 auch das Ende für den Nürnberger Radsportsonntag. 2020 könnten die Radler jedoch wieder ihre Runden in der Frankenmetropole drehen.

Der Hintergrund: Die Veranstalter der Deutschland-Tour, die 2019 in Erfurt endete und die 2020 zum dritten Mal ausgetragen wird, suchen eine "süddeutsche Stadt für ihren Finaltag", wie Gsell der NZ auf Anfrage sagte. Und Nürnberg sei hier durchaus ein favorisierter Standort. Kämmerer Harald Riedel (SPD) hat hierfür 300.000 Euro in den Haushalt 2020 eingestellt, wobei Gsell betont, dass diese Gelder nicht ausschließlich an den Veranstalter fließen würden, sondern dass hier auch die Finanzierung der Infrastruktur (Absperrungen etc.) für ein solches Großereignis eingepreist sei.

Außerdem müsste der Stadtrat dieser Einzelmaßnahme nochmals zustimmen. Da das Kommunalparlament in seiner Sitzung am Mittwoch grundsätzlich dem Plan Gsells grünes Licht gegeben hat, sich verstärkt um Großsportveranstaltungen zu bemühen, erscheint hier aber ein Veto höchst unwahrscheinlich.

Bilderstrecke zum Thema

Zwölf Stunden auf zwei Rädern: Radrennen in Schaittach

Der Radclub Schnaittachtal startete am Samstag ein ganz besonderes Rennen: Auf einem abgestecken Rundkurs fuhren Biker innerhalb von 12 Stunden möglichst viele Runden. Die Fahrer einer Mannschaft treten einzeln und nacheinander auf dem Parcour an. Wer am meisten Runden schafft ist Sieger. Klingt schweißtreibend, ist auch so.


Dennoch gibt es Unwägbarkeiten. Gsell spricht von einer Finanzierungslücke im "unteren sechsstelligen Bereich" für die Schlussetappe. Die Stadt sei deswegen im Gespräch mit dem Freistaat bezüglich einer Förderung, so der Bürgermeister. Zudem befinde sich der Veranstalter in Verhandlungen mit weiteren Kommunen in der Oberpfalz, Ober- und Unterfranken, die von den Sportlern bei dem Rennen passiert würden – die sich dann aber finanziell auch beteiligen sollten. Es komme nun eben darauf an, sagte Gsell, ob die anderen Städte einen Vorteil für sich erkennen, wenn sie Teil des Großereignisses werden. Der Start der Schlussetappe könnte zum Beispiel in Aschaffenburg, Regensburg, Bayreuth oder Bamberg erfolgen.

 

Falls es gelingt, das Radsportereignis, das Mitte August 2020 stattfinden soll, nach Nürnberg zu holen, schwebt Gsell eine Verbindung mit den deutschen Triathlon-Meisterschaften vor. Hier befinde man sich mit dem Ausrichter, der Deutschen Triathlon-Union, ebenfalls in guten Gesprächen. Gsell räumt ein, dass Nürnberg nicht sehr "wasserreich" sei – aber der Dutzendteich oder der Wöhrder See kämen für den Schwimmwettbewerb infrage. Bei den Meisterschaften müssten die Sportler wohlgemerkt nicht die langen Distanzen absolvieren, die beim jährlichen Triathlonwettbewerb in Roth erforderlich sind.

Bilderstrecke zum Thema

Zwölf Stunden auf zwei Rädern: Radrennen in Schaittach

Der Radclub Schnaittachtal startete am Samstag ein ganz besonderes Rennen: Auf einem abgestecken Rundkurs fuhren Biker innerhalb von 12 Stunden möglichst viele Runden. Die Fahrer einer Mannschaft treten einzeln und nacheinander auf dem Parcour an. Wer am meisten Runden schafft ist Sieger. Klingt schweißtreibend, ist auch so.


Wenn es mit dem Radsportereignis nicht klappt, könnten die Triathlon-Meisterschaften trotzdem in Nürnberg stattfinden – einstweilen plant Gsell hier aber mit Synergieeffekten, wenn beide Veranstaltungen an einem Wochenende gebündelt werden.

Die Entscheidung, ob das Radrennen zurückkehrt, wird noch im Herbst fallen. Gsell könnte sich vorstellen, dass daraus eine neue Tradition erwächst – falls die Deutschland-Tour zum Beispiel alle vier Jahre in Nürnberg Station macht, könnten die Zwischenjahre mit Jedermann-Rennen überbrückt werden. Zudem hofft der Bürgermeister auch auf eine Wiederbelebung der Bayern-Rundfahrt und eine Einbindung Nürnbergs in diese Tour.

Falls das Radrennen wieder stattfindet, schließt Gsell eine Einbeziehung des Hauptmarkts aus: "Dort wird es keine Sandhaufen und keine Lautsprecher geben."

Marco Puschner

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg