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Montag, 30.11.2020

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Kostenlose Fahrten: Neuer U3-Abschnitt geht heute in Betrieb

Am Donnerstagmittag geht die neue Strecke ohne Feier an den Start - 15.10.2020 11:24 Uhr

Wenigstens mit einem kleinen Festakt sollte am Donnerstag Vormittag das neue Teilstück der U3 nach Großreuth offiziell eingeweiht werden. (Symbolbild)

13.10.2020 © Claus Felix/VAG


"Fahrgäste bitte alle aussteigen!" heißt es bisher für alle Fahrgäste, die mit der Linie U3 an der Gustav-Adolf-Straße ankommen. Ab Donnerstag, voraussichtlich ab 13 Uhr, können sie noch gut einen Kilometer weiterfahren: Der Bahnhof Großreuth bei Schweinau an der Züricher Straße wird zur neuen Endstation - vorübergehend. Bis die U 3 in ein paar Jahren Gebersdorf erreicht.

Auch wenn die förmliche Übergabe an die VAG nun ausfällt - in der Praxis sind die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe schon seit Monaten auch auf dem neuen Abschnitt unter Tage unterwegs: Seit mehr als einem halben Jahr rauschen hier die fahrerlosen "Pegnitzpfeile" schon durch die Röhren, bisher aber ohne Fahrgäste. So lange dauerten die Probe- und Testfahrten, um sämtliche Funktionen des Automatikbetriebs exakt abzustimmen. Danach muss das System die Verlässlichkeit auch nach Fahrplan unter Beweis stellen.

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Auf der nun gut neun Kilometer langen Linie U3 erreichen die Fahrgäste von Großreuth aus den Plärrer in sechs und den Hauptbahnhof in acht Minuten. Die Züge fahren tagsüber im Fünf-Minuten-Takt sowie abends, am Samstagmorgen und an Sonn- und Feiertagen durchgehend jeweils alle zehn Minuten. Am Donnerstag wird der neue U-Bahnhof Großreuth bei Schweinau als 14. Station auf der U3 in Betrieb genommen - die VAG lädt zur Feier des Tages von 13 Uhr bis Betriebsschluss zu kostenlosen Fahrten auf der Linie U3 ein.

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Die Arbeiten für den nur gut einen Kilometer langen Abschnitt und die neue Station erstreckten sich über volle sechs Jahre. Vor allem Klagen des Betreibers eines privaten Altenheims, der vor Gericht aufwändige und umständliche Lärmschutzvorkehrungen durchsetzen konnte, hatten das Vorhaben erheblich erschwert und entsprechend verteuert. Insgesamt schlagen Tunnel und Bahnhof mit rund 65 Millionen Euro zu Buche, dazu kommen sechs Millionen für die Ausstattung mit der Technik für den fahrerlosen Betrieb.

Die obligatorische Einsatzübung hatte die Feuerwehr im Zusammenspiel mit Polizei, Rettungsdienst und den VAG-Betreuern bereits im Sommer absolviert. Schließlich folgte der spannendste Moment für Manfred Schönleben, dem Projektleiter der VAG, und sein Team: Sie mussten bei der Technischen Aufsichtsbehörde bei der Regierung von Mittelfranken umfangreiche Abnahme- und Zulassungsunterlagen einreichen, um Zuverlässigkeit und Sicherheit des Betriebs zu belegen. Nach der Prüfung des Gesamtgutachtens erteilt die Behörde die Genehmigung für den Fahrgastbetrieb.


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