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Sonntag, 09.08.2020

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Kriminalstatistik 2019: Straftaten in Mittelfranken weiter rückläufig

Zahl der Sexual- und Jugenddelikte ist gestiegen - 10.03.2020 16:57 Uhr

Im Allgemeinen ist die Zahl der Straftaten in Mittelfranken 2019 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. In einigen Bereichen wurden aber mehr Straftaten begangen.

© nn


"Es sind hervorragende Zahlen", freut sich Polizeipräsident Roman Fertinger, bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2019 für Mittelfranken. Einige Straftaten sind weiter rückläufig und das bei gleichzeitigem Zuwachs der Bevölkerung im Großraum Nürnberg. Zudem liegt der Wert der Aufklärungsquote ohne ausländerrechtliche Verstöße mit 67,1 Prozent (68,4 Prozent mit ausländerrechtlichen Verstößen) über dem bayerischen Wert. Mittelfranken sei somit eine der sichersten Regionen in ganz Deutschland.

Die Kriminalstatistik für Mittelfranken.

© nordbayern Infografik


In Mittelfranken wurden insgesamt 84.256 Straftaten im vergangenen Jahr erfasst. Davon haben die Sicherheitsbehörden für Nürnberg 38.476 Straftaten registriert - im Jahr 2018 waren es noch 41.606. Das heißt, es hat in der zweitgrößten Stadt Bayerns einen erneuten Rückgang um 3130 Fälle gegeben.

Jugendkriminalität bereitet Kopfzerbrechen

Insbesondere sanken in Nürnberg die Fallzahlen in den Bereichen der Gewaltkriminalität (minus 4,2 Prozent), der Straßenkriminalität wie Raub, Körperverletzung und Diebstahl (minus 7,7 Prozent) und des Wohnungseinbruchsdiebstahls (minus 13,6 Prozent).

Die Kriminalstatistik für Nürnberg

© nordbayern.de Infografik


Kopfzerbrechen bereitet der Polizei allerdings die Jugendkriminalität. Damit sind Minderjährige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gemeint. 2018 war in diesem Berich noch ein Rückgang zu verzeichnen. Doch im vergangenen Jahr stieg die Kurve ungewöhnlich steil an. Aktuell wurde jetzt ein Steigerung bei den Tatverdächtigen von 9,3 Prozent festgestellt. 2019 wurden in Mittelfranken insgesamt 3521 Jugendliche straffällig. Im Jahr davor waren es noch 3222. "In Nürnberg", so Fertinger, "haben wir 71 jugendliche Intensivtäter. zusammen haben sie 2814 Straftaten begangen".

Steigerung der Sexualdelikte

In den Jahren 2017 und 2018 sind auch die Straftaten bei Sexualdelikten deutlich angestiegen. Allerdings hängt das vor allem mit der Neuauflage des Strafrechts zusammen. So wird ein Griff ans Gesäß seit dem nicht mehr als Beleidigung behandelt, sondern als sexueller Übergriff. Doch der aktuelle Anstieg bei Sexualdelikten (plus 9,4 Prozent) lässt sich laut Präsidium damit nicht mehr alleine begründen. Während die Vergewaltigungsdelikte um 14 Prozent von 200 auf 174 zurückgingen, ist für die Steigerung der Fallzahlen der "sexuelle Missbrauch" von Kindern und Schutzbefohlenen, sowie das Verbreiten, der Erwerb, Besitz und die Herstellung (kinder-)pornografischer Schriften verantwortlich. Die Taten ereignen sich vor allem im Internet oder in den sozialen Netzwerken.

Gestiegen ist auch die Gesamtzahl der Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Im vergangenen Jahr ist hier die Zahl um 131 auf 411 Fälle gestiegen. Das bedeutet einen Anstieg um 46,8 Prozent. Hauptsächlich geht es dabei um verfassungswidrige Zeichen oder Parolen, die in der Öffentlichkeit gezeigt oder gerufen werden. Acht der Straftaten ordnet die Polizei dem Bereich der Gewaltdelikte zu.


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