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Kritik an Juraleitung: Stromtrasse kommt bis auf wenige Meter an Häuser heran

Netzbetreiber Tennet geht die nächsten Schritte zur Realisierung der Trasse - 10.05.2021 16:25 Uhr

Egal ob in Katzwang, Kornburg, Schwabach, Altdorf: An diversen Orten haben sich Bürgerinitiativen gegründet, die Kommunen sind vernetzt, es gibt Demos. Sie alle wollen die Aufrüstung der Stromtrasse verhindern. Sie führe zu nah an der Wohnbebauung vorbei - im Nürnberger Ortsteil Katzwang sind es tatsächlich teils 40 Meter, es gebe gesundheitliche Risiken oder unschöne Einschnitte in der Landschaft - die Liste der Kritikpunkte ist lang.

Pläne wurden eingereicht

Und langsam wird es ernst: Vorletzte Woche hat Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der die Maßnahme plant, die Unterlagen bei der zuständigen Regierung der Oberpfalz eingereicht. Damit hat das formelle Verfahren begonnen. Die Behörde gibt die Unterlagen nun an die Kommunen weiter, diese werden sie - wahrscheinlich im Laufe des Junis - auslegen, damit sich Bürger selbst ein Bild machen können. Dann können Hinweise, Einwendungen oder ähnliches formuliert und an die Kommune oder die Regierung geschickt werden.

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Geplante Stromtrasse: Anwohner protestieren gegen Juraleitung

"Komm, sonst kommt die Stromtrasse zu dir!" Unter diesem Motto hatte die Bürgerinitiative "Rettet das Schwabachtal" zu einem Aktionstag gegen die sogenannte Juraleitung eingeladen. Und trotz des regnerischen Wetters und Urlaubszeit waren mehrere hundert Menschen nach Gustenfelden im Landkreis Roth gekommen, um gegen den geplanten Ersatzneubau der Stromtrasse P53 zu protestieren.


Tennet kann diese in die Planungen einarbeiten. Wohl in einem Jahr kann die Behörde ein Fachgutachten vorlegen - im Anschluss beginnt das Planfeststellungsverfahren, im Zuge dessen dann der genaue Trassenverlauf festgelegt wird (wo genau kommt der Mast hin?).

Wobei an manchen Orten der schon jetzt - wird die von Tennet favorisierte Variante realisiert - im Prinzip feststeht. Im Katzwang würde die Trasse quer durch die Wohnbebauung führen. Zulässig sei das, betont Markus Lieberknecht von Tennet. Daher sei in diesem Bereich eine Erdverkabelung geplant. Möglich sei das durch eine Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes von Anfang diesen Jahres, das eine Erdverkabelung für die Juraleitung erst zulässt.

Katzwanger waren lange nicht tangiert

Daraufhin wurde umgeplant - zum Unmut der Katzwanger, die bis dato nicht tangiert waren und sich über eine mangelnde und fehlerhafte Kommunikation von Tennet beschweren. Der Übertragungsnetzbetreiber kontert, man habe durch die gesetzliche Änderung nun erst umplanen und informieren können.

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Auch an anderen Orten kommt man recht nah an Häuser heran - in Kleinschwarzenlohe (Gemeinde Wendelstein) sind es nach Angaben von Tennet ca. 200 Meter, in Kornburg etwas weniger als 400 Meter. Trotzdem soll die Trasse hier als Freileitung verlegt werden. Zulässig sei das, betonen die Tennet-Vertreter, die gesetzlichen Grenzwerte würden überall eingehalten. Zudem halte man sich hier an das vorgegebene Bündelungsgebot: Die Trasse orientiert sich an der Autobahn. Geht es später durch den Reichswald, soll eine Waldüberspannung eingesetzt werden: Höhere, dafür aber waldschonendere Masten.

Der Protest, wie hier in Katzwang, gegen die Trasse ist groß.

20.04.2021 © Michael Matejka, NN


Nötig sei der Neubau, weist Tennet anderslautende Aussagen zurück: Die Bestandsleitung sei 80 Jahre alt, zudem drücke (auch regional produzierter Ökostrom) verstärkt ins Tennet-Netz. Unverständnis äußern die Sprecher über manche lokale Abgeordnete: Im Januar habe sich der Bundestag mit dem Ausbau beschäftigt, es habe einen parteiübergreifenden Konsens gegeben - den auch regionale Abgeordnete, die jetzt laut Kritik übten, mitgetragen hätten.

In die Bauphase soll die Leitung übrigens 2026 gehen, bis sie fertig ist, dauert es zwei bis drei Jahre. Dann kann die alte Trasse abgebaut werden.


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