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Lange Schlange und Polizei-Ansage: Lockdown-Chaos vor Nürnberger Geschäft

Geschäftsleitung musste die Beamten um Hilfe rufen - 16.12.2020 12:49 Uhr

Bereits am Montag standen die Menschen vor der C und A-Filiale Schlange - an diesem Tag allerdings mit dem gebotenen Mindestabstand.

14.12.2020 © Roland Fengler


Der Anruf ging bei der Polizei am Dienstag gegen 15.30 Uhr ein. Die Geschäftsleitung der C&A-Filiale am Weißen Turm in der Nürnberger Innenstadt sendete einen Hilferuf. Man werde der Situation nicht mehr Herr, lautete die Botschaft. Zu viele Menschen hatten sich im und vor dem Geschäft gesammelt, um am Tag vor dem harten Lockdown noch letzte Besorgungen zu erledigen.

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Beamte der Bereitschaftspolizei rückten an, die Mitarbeiter des Bekleidungsgeschäfts sperrten kurzzeitig alle Türen zu. "Die Kollegen haben dann zunächst über Lautsprecher eine Durchsage gemacht", sagt Michael Petzold, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Ein Passant filmte die Szene.

Kein Mindestabstand

Auf dem Video ist zu hören, wie die Beamten versuchen, die Schlange vor dem Geschäft zu entzerren: "Wie Sie alle wissen, gilt 1,5 Meter Mindestabstand. Wenn sich jeder von Ihnen mal umschaut, werden Sie erkennen, dass keiner diesen Mindestabstand einhält."


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Maximal 50 Personen durften sich nach den geltenden Vorgaben im Geschäft aufhalten. "Das kann auch funktionieren, wenn sie sich alle an die Regeln halten und nacheinander schön langsam reingehen", appellierte der Beamte am Mikrofon.

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Insgesamt viel los

"Die Kollegen sind dann noch einmal durch die Reihen gegangen und haben die Menschen auf die Einhaltung des Mindestabstands direkt hingewiesen", so Petzold. Nach der Ansprache der beiden Beamten sei die Situation schnell wieder unter Kontrolle gewesen und die Mitarbeiter konnten die Türen wieder aufsperren. "Danach ist alles organisiert und diszipliniert gelaufen", sagt Petzold.

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Es sei der einzige Einsatz dieser Art der Polizei am Dienstag gewesen. "In Nürnberg war am Tag vor dem harten Lockdown natürlich insgesamt viel los, aber die Polizei musste nirgends einschreiten", sagt der Polizeisprecher.


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