Freitag, 22.11.2019

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Lichtverschmutzung: Auf der Kaiserburg wird es bald dunkel

Aktion folgt auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen!" - 19.10.2019 06:01 Uhr

Ein heller Hingucker in dunkler Nacht: Im Laufe des Novembers wird die Fassadenbeleuchtung der Nürnberger Kaiserburg ab 23 Uhr abgeschaltet. © Roland Fengler


Noch erstrahlt das historische Bauwerk bis 24 Uhr im Lichterschein, ebenso der Weinstadel, die Egidienkirche oder das Rathaus Wolff’scher Bau. Doch damit ist es bald vorbei. Auf Anfrage bestätigt Bürgermeister Christian Vogel: "Im Laufe des Novembers, auf jeden Fall so bald wie möglich, heißt es ab 23 Uhr, Licht aus." Das sei bereits mit der Bayerischen Schlösserverwaltung besprochen worden. Gleiches gilt für die Außenbeleuchtung aller öffentlichen Gebäude in Nürnberg. "Wir machen da keinerlei Ausnahme", fährt er fort.


"Rettet die Bienen": Wie geht es nach Volksbegehren weiter?


Bei der Sicherheitsbeleuchtung im Bereich von Straßen und Gehwegen sieht es jedoch anders aus. Sicherheit habe immer Priorität, zeigt sich Vogel kompromisslos. Deshalb werden auch bestimmte Punkte im Stadtgebiet weiterhin bis zur Morgendämmerung erhellt. Dazu gehören etwa der Kettensteg oder der Allersberger Tunnel.

Bilderstrecke zum Thema

Ein unterschätztes Problem: Spannende Fakten über Lichtverschmutzung

Vielerorts ist es nachts nicht mehr richtig dunkel. Künstliche Beleuchtungen überstrahlen die Dunkelheit. Wo ist die Verschmutzung am stärksten? Welche Folgen hat das? Was kann jeder Einzelne tun? Wir klären auf.


Das Thema Lichtverschmutzung liegt Christian Vogel am Herzen, "allerdings ist die zeitliche Umsetzung nicht so einfach", räumt er ein. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die technische Umstellung. Vogel unterstreicht: "Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen, gleichzeitig ist es ein Appell an die Bürgerschaft. Welche Bedeutung Insekten für unser Ökosystem haben, ist vielen leider nicht bewusst."

Die Stadt weiß um die Licht-Problematik, der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) tauscht seit 2011 sukzessive alle Leuchten aus. Von den rund 48 900 Lampen im öffentlichen Verkehrsraum wurden bislang 9900 ausgetauscht; der LED-Anteil liegt also derzeit bei 20,2 Prozent

Problem minimiert, aber nicht gelöst

"Diese Leuchten sind nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus Artenschutzgründen von Vorteil. Die häufigste Todesursache beim Insekt ist die Verbrennung. Da LED kalt ist, fällt das weg. Die andere Todesursache ist die Erschöpfung, weil die Orientierung durch die Beleuchtung verloren geht", erklärt Vogel. Und verweist auf eine Studie, die auf der Wiener Donauinsel durchgeführt wurde. "Es zeigte sich, dass bisherige Lampen fünfmal mehr Insekten anlocken als LED."

Doch auch bei den LEDs gibt es Unterschiede: "Wir setzen auf warmweiße LED-Lichter mit einer Farbtemperatur unter 3000 Kelvin, denn neutralweiße Leuchten mit höheren Kelvin-Werten ziehen Insekten an", informiert Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Sör verwendet jedoch lediglich in der Altstadt warmweiße LEDs – "aus rein gestalterischen Gründen", so Vogel. Ansonsten kommt im Stadtgebiet die neutralweiße Variante zum Einsatz, denn diese sei "noch energieeffizienter". Dass es auch anders geht, zeigt Fulda, die erste ausgezeichnete "Sternenstadt" Deutschlands: Hier leuchten ausschließlich warmweiße LEDs.

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

© Patrick Pleul dpa

Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

© dpa

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

© Patrick Pleul dpa

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Claudia Beyer

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