"Macho Man 3": Dreh in Kultkneipe mit fränkischen Stars

18.3.2021, 16:36 Uhr

© Stefan Hippel, NNZ

"Na Hochwürden, hammer wieder ordnungsgemäß einen geklatscht?" fragt Alexander Herrmann alias Kommissar Robert Koch (Ein Gag von Produzent Peter Althof) Bembers, der auf einem Barhocker am Tresen sitzt, ein Bier vor sich. Eine Polizeimarke baumelt dem TV-Koch um den Hals, den inquisitorischen Kommissarenblick hat er schon gut drauf. Er ist auf einer heißen Spur, mehr darf nicht verraten werden. "Ich hab damit nix zu tun", beschwört Bembers, der wieder den Hochwürden gibt. "Hau die nei, Wachtmaster!"

Regisseur Davide Grisolia, der bereits Teil 2 drehte, ist von den Laienschauspielern begeistert. "Supergut!", befindet der 27-Jährige nach dem Take. Weil beim Film aber alles genau sitzen muss, wird die Szene noch einige Male wiederholt. Comedian Bembers genehmigt sich zwischendurch ein Schlückchen Bier. Schließlich spielt die Szene in einer Kneipe.


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Mit den Gläsern und Flaschen auf dem Tresen, den Gästen, die extra bestellt wurden und von denen einige ihre Rolle als Biertrinker sehr ernst nehmen, fühlt man sich im "Brown Sugar" ein bisschen wie vor Coronazeiten. Aber natürlich müssen alle, die am Set sind, vor Dreh-Antritt einen negativen Coronatest aufweisen, der nicht älter als zwei Tage sein darf. Nur so ist ein Spielen vor der Kamera ohne Maske möglich. Auch das Filmteam ist getestet, trägt aber trotzdem zusätzlich Masken.

Alles so herzurichten, als ob es wirklich gleich wieder losgehen könnte, das habe gut getan, sagt Kneipenchefin Barbara Ruland, genannt "Babsi". "Leider ist es nur für den Dreh." Seit 34 Jahren führt sie die Rockkneipe, die mit ihrem Markenzeichen, der großen roten Zunge, eine Institution in Nürnberg ist. Viele Stammkunden haben gespendet für ihre Lieblingskneipe. Ob sie es packen wird, das weiß man nicht, sagt die Chefin. "Wir stehen da ohne Perspektive nach vorn." Ein bisschen hofft sie auf Lockerungen, wenn das Wetter besser wird. Dann könnte es draußen sofort losgehen. Auf einem Parkplatz-Streifen, der den Außenbereich vergrößert, stehen die Bierbänke bereit.

"Servusla, Alderla!"

Jetzt ist die Chefin aber erstmal drinnen gefragt. Denn sie hat eine Mini-Rolle. Als Barkeeperin ruft sie die schlägernden Gäste zur Raison. In einer Szene vorher hat Hochwürden Bembers zwei davon fachgerecht erledigt. Im Bud-Spencer-Stil. "Da haut man ja daneben", betont er. Gut so, denn die Szene wurde an die 15 Mal wiederholt. Der fränkische Comedian, bekannt für derbe Wortwahl, hat schon im vorherigen Teil den Pfarrer gegeben. Den typischen Bembers-Style versucht er auch in seine Rolle einzubringen. "Servusla, Alderla!", verabschiedet sich Hochwürden Bembers vom Kommissar.

© Stefan Hippel, NNZ

Die wichtigen Punkte müssen im Dialog enthalten bleiben, ansonsten lässt Grisolia seinen Schauspieler freien Raum zum Improvisieren. Erst kurz vorher habe er sich mit seinem Text beschäftigt, sagt Herrmann, dem man die Routine vor der Kamera anmerkt. Schließlich steht er für Kochshows wie "The Taste" oder "Kitchen impossible" regelmäßig im Scheinwerferlicht. "Ich hab` keine Angst mehr davor", sagt er. Vor der Schauspielkunst hat er aber Respekt. "Man weiß schon genau zu unterscheiden, was echte Schauspieler machen, und was wir hier tun", betont der Koch. Das Projekt hier nehme sich ja auch ein bisschen selber auf den Arm: "Wer sich zu ernst nimmt, der darf hier nicht mit machen.


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© Stefan Hippel, NNZ

Die Hälfte des Films ist bereits im Kasten. Frauenhandel ist diesmal das Thema. Bis Mitte nächsten Jahres soll der Film fertig sein, ist Grisolias Ziel, natürlich abhängig davon, wie sehr der Dreh durch die Pandemie eingeschränkt wird. Die Premiere soll wieder im Cinecitta stattfinden. Beim nächsten Dreh steht ein bayerischer Prominenter vor der Kamera: Schauspieler Wolfgang Fiereck ("Ein Bayer auf Rügen") spielt am Samstag eine Szene in einer Waffenkammer.

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