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Mehr Sicherheit für Radler in der Bayreuther Straße

Stadt plant Lückenschluss zwischen Rathenauplatz und Stadtpark — Fraktionen begrüßen Projekt — ADFC fordert Nachbesserungen - 15.06.2016 20:07 Uhr

Von Autos umzingelt: Eng wird es für Radfahrer in der Bayreuther Straße nach dem Rathenauplatz. Ein Radstreifen soll für mehr Sicherheit sorgen. © Foto: Günter Distler


Nur ein Radwegstummel konnte vergangenen Sommer stadtauswärts am nördlichen Rathenauplatz angelegt werden. Abrupt endet folglich der Schutzstreifen nach dem Universa-Haus. Danach ist Einfädeln in die vielbefahrene, zweispurige Bayreuther Straße angesagt, die hier einen leichten Rechtsschwung macht. Vielen Radlern ist die Lage zu brenzlig, weshalb sie unerlaubterweise auf dem schmalen Gehweg weiterfahren.

Von einem „Gefahrenpunkt“ spricht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Auf der Liste der wichtigsten Radverkehrsmaßnahmen in Nürnberg rangiert er auf Platz 4. Ein wichtiger Grund, warum das Baureferat hier für Abhilfe sorgen will. Im Verkehrsausschuss sollen am Donnerstag, 16. Juni, 9 Uhr, die Weichen für die Umgestaltung gestellt werden.

Nach den bisherigen Planungen wird entlang der Bayreuther Straße ein 1,75 Meter breiter Radstreifen (plus 25 Zentimeter breite Markierung) angelegt. Um genug Platz zu schaffen, werden zum Teil Längsparkbuchten entfallen — als Ausgleich sind in der Lenbachstraße fünf Kurzzeitstellplätze vorgesehen. Für den Autoverkehr bleiben zwei Spuren erhalten — insgesamt sind 379 000 Euro für die Maßnahme veranschlagt.

Baureferent Daniel Ulrich spricht von einem „ganz wesentlichen Schlüsselprojekt“. Es soll nicht zuletzt „ein Signal sein, dass wir die schwierigen Themen angehen“. Aus seiner Sicht erfordern die beengten Verhältnisse entlang dieser Hauptstraße „Kompromisse bei allen Verkehrsbedürfnissen“. Dies sehen die Verkehrsexperten bei allen großen Parteien im Rathaus ähnlich. Laut Thorsten Brehm unterstützt die SPD das Anliegen, „diesen Missstand baldmöglichst zu beheben“.

CSU-Kollege Marcus König hält die vorgeschlagene Lösung nach Rücksprache mit dem ADFC für sinnvoll. „Mir fällt hier keine andere Lösung ein“, betont er. Wichtig ist ihm zudem, dass genug Platz für die Fußgänger besteht. Achim Mletzko (Grüne) sieht einen „absoluten Zugewinn“ durch den Radweglückenschluss, er plädiert aber im Interesse der Sicherheit für einen weiteren Verzicht auf Parkbuchten. Alle Fraktionen wollen das Vorhaben über den Radwegeetat 2017 realisieren.

ADFC-Chef Jens Ott begrüßt das Vorhaben, regt aber Nachbesserungen an. Die Radstreifenlinien sollen „geriffelt“ werden, zudem soll es gleich Planungen für die andere Straßenseite geben, wo ebenfalls eine gefährliche Radweglücke bestehe. Das Baureferat möchte hier erst mal die Erfahrungen mit Teil eins des Umbaus abwarten. Im Übrigen stehen über 30 Radweg-Projekte auf der städtischen Warteliste, die bisher nur zum geringen Teil finanziert sind. 

JO SEUSS E-Mail

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