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Mehr Veranstaltungen oder nicht? Zoff um den Pellerhof

Altstadtfreunde fühlen sich von der Stadt gemaßregelt - 21.05.2019 06:00 Uhr

Die Altstadtfreunde mit ihren 5500 Mitgliedern möchten möglichst viel Leben ins Gemäuer bringen, wie beispielsweise hier beim Sommernachtfilmfestival. © Peter Reiser


Über fünf Millionen Euro haben die Altstadtfreunde in die Rekonstruktion des Pellerhofs am Egidienberg gesteckt. Sie ließen den Renaissance-Hof, der wie das Hauptgebäude im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden ist, nach originalen Plänen nachbauen.

Die stark verzierte Sandstein-Fassade des Rückgebäudes steht mittlerweile ebenso wieder wie die Arkaden, die nur zum Teil das Bombardement überstanden hatten. Der Hof bietet einen prunkvollen Rahmen für Feiern, Lesungen und Konzerte. Etliche Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, zuletzt konnten Besucher eine Kunstinstallation während der Blauen Nacht besichtigen.

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1957 als Zweckbau für Stadtbibliothek und Stadtatrchiv gebaut, wird seit 2013 im Pellerhaus am Egidienberg vor allem eines: gespielt. Wer mit offene Augen durchs Gebäude schlendert, findet viele hübsche Zeugnisse der Architektur der 50er Jahre. Wenn es nach den Altstadtfreunden geht, soll sich das Gesicht des markanten Gebäudes nun ändern.


Die Altstadtfreunde mit ihren 5500 Mitgliedern möchten möglichst viel Leben ins Gemäuer bringen. Schließlich soll die Location am etwas abseits gelegenen Egidienberg stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Kürzlich hat eine Agentur den Pellerhof für ein Fotoshooting entdeckt. "Und das ist nur der Anfang. Das kann noch viel mehr werden", meint Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde, "man könnte dort auch Hochzeiten und Geburtstage feiern."

Gleichberechtigte Partnerschaft bei der Nutzung

Dies würde zum weiteren Bekanntheitsgrad betragen. Und neue Interessierte und Spender für das Projekt gewinnen, so sein Kalkül. Doch Enderle fühlt sich von der Stadtverwaltung ausgebremst, die die Zahl der Veranstaltungen begrenzen möchte: "Ich habe das Gefühl, dass man die Altstadtfreunde maßregeln will. Wir sind aber keine Bittsteller."

Er pocht auf eine gleichberechtigte Partnerschaft bei der Nutzung - gemeinsam mit den Städtischen Museen, die für das "Haus des Spiels" zuständig sind, das im Pellerhaus untergebracht werden soll. Die Museen sind mit der Verwaltung dieser städtischen Immobilie betraut. Bei einem Vier-Augen-Treffen mit Oberbürgermeister Ulrich Maly hat Enderle sein Anliegen nachdrücklich zur Sprache gebracht.


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Der OB habe zugesagt, dass er in seinem letzten Amtsjahr eine "einvernehmliche Lösung" finden will, mit der beide Seiten leben können, berichtet der Vereinschef. Wie diese aussehen soll, könne Maly jetzt noch nicht sagen. Gabriele Moritz, stellvertretende Leiterin der Städtischen Museen, steht dazu, dass ihre Behörde bezüglich allzu vielen Veranstaltungen im Pellerhof bremst.

Beim derzeitigen Bauzustand sei dies kontraproduktiv - sie verweist auf die unbefriedigende WC-Situation und mangelnde Möglichkeiten für ein professionelles Catering. „Wir freuen uns natürlich, wenn der Hof geöffnet und belebt ist. Aber wir müssen das Programm derzeit auf ein sinnvolles Maß beschränken“, erklärt die Abteilungsleiterin.

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Von Hochzeiten und Geburtstagsfeiern im Pellerhof hält sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt gar nichts. Mit Lesungen und Konzerten sei der Spielraum ausgereizt. Erst müsse der umfassende Umbau des Pellerhauses zum "Haus des Spiels" die Voraussetzungen schaffen. Die Immobilie soll bis 2025 - dem europäischen Kulturhauptstadtjahr, für das sich auch Nürnberg bewirbt - komplett renoviert sein.

Moritz sieht mit dem jetzigen, äußerst sanierungsbedürftigen Pellerhaus rechtliche Einschränkungen verknüpft: Brandschutzbedingt dürfen sich nicht mehr als 100 Personen hier aufhalten. Dem Eindruck, dass man die Altstadtfreunde stiefmütterlich behandle, tritt die städtische Mitarbeiterin entgegen: Es sei völlig unbestritten, dass die Altstadtfreunde für die Attraktivitätssteigerung des Pellerhauses wesentlich verantwortlich seien. Und natürlich werde man die laufende Programmplanung mit dem Verein abstimmen und ihn auch in Zukunft wesentlich beteiligen.

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