Millionen-Projekt: VAG bestellt viele neue Straßenbahnen

15.11.2019, 14:13 Uhr
So sieht die Zukunft auf Nürnbergs Straßenbahnnetz aus: Mitte der 2030er Jahre will die VAG nur noch das neu gewählte Modell Avenio von Siemens einsetzen.

So sieht die Zukunft auf Nürnbergs Straßenbahnnetz aus: Mitte der 2030er Jahre will die VAG nur noch das neu gewählte Modell Avenio von Siemens einsetzen. © Fotomontage/Siemens Mobility

Das mögliche Auftragsvolumen von bis zu 87 Bahnen übertrifft somit die aktuelle VAG-Gesamtflotte von 48 Straßenbahnzügen deutlich.

Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der VAG, erklärt dazu: "Wir wollen unseren Kunden auf den bestehenden Linien mehr Verbindungen anbieten, insbesondere dort, wo in den nächsten Jahren die Nachfrage weiter steigen wird. Wir halten uns zudem alle Optionen für eine Verkehrswende offen. Für noch mehr Nachfrage, für neue Strecken."

Die zwölf Fahrzeuge der Basisbestellung ermöglichen der VAG eine Angebotsverbesserung auf vielgefragten Linien wie der Verbindung Hauptbahnhof in Richtung Business Tower sowie verschiedene Linien, die in der Südstadt verkehren. Hier wird der Bedarf in den nächsten Jahren nochmals deutlich steigen, wenn die dortigen Schulstandorte bis Mitte der 2020er Jahre ausgebaut sind.

Siemens entscheidet EU-weite Ausschreibung

Weitere Optionen kann die VAG abrufen, wenn die Stadt Nürnberg die Entscheidungen für ganz neue Verbindungen getroffen hat. So ist etwa geplant, den neuen Stadtteil, der an der Brunecker Straße entsteht, sowie die dort geplante Universität mit der Straßenbahn an den ÖPNV anzubinden und von dort aus eventuell zur Messe zu fahren. In der Diskussion sind zudem die Querung der Altstadt und Netzerweiterungen im Süden.

Der Avenio, mit dem Siemens die EU-weite Ausschreibung für sich entscheiden konnte, ist ein zu 100 Prozent niederfluriges Fahrzeug, das auch München, Den Haag und Doha angeschafft haben. Die 2,3 Meter breiten, 36,85 Meter langen und 3,55 Meter hohen Züge, die aus vier Modulen bestehen, sollen bei den Nürnberger Kunden mit breiten Doppeltüren, einer ganzjährigen Klimatisierung sowie einer WLAN-Ausstattung punkten. Die Aufteilung des Innenraumes legt die VAG ihren Bedürfnissen entsprechend noch fest.

Ersparnisse bei Kauf und Betrieb

Die Option auf bis zu 75 weitere Züge soll auch den Ersatz der aktuellen Fahrzeugflotte sicherstellen. Der große Vorteil für die VAG: Wenn sie Mitte der 2030er Jahre auch ihre derzeit betriebenen Züge austauscht, ist dann für gut 20 Jahre nur noch ein Fahrzeugmodell im Einsatz. Die Folge: Einsparungen bei Betrieb und Wartung der Züge sowie der Schulung der Fahrer.

Dank der großen Stückzahl hat die VAG auch für den Basisauftrag einen attraktiven Preis bekommen. Alleine für diesen veranschlagt sie Kosten in Höhe von 44 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern fördert die Beschaffung der zwölf ersten Straßenbahnen mit rund 40 Prozent der förderfähigen Anschaffungskosten, in Summe rund 14 Millionen Euro.

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