Millionenprojekt: Das ist der neue Kontumazgarten

11.12.2017, 05:57 Uhr
Zum Verweilen - zumindest bei entsprechender Witterung - lädt die Bankzeile am Pegnitzufer ein.

Zum Verweilen - zumindest bei entsprechender Witterung - lädt die Bankzeile am Pegnitzufer ein. © Fotos: Rurik Schnackig

Eine alte Journalistenregel besagt, dass der Wetterbericht in den meisten Artikeln nichts verloren hat. Ob nun der Bürgermeister bei strahlendem Sonnenschein oder bei leicht bewölktem Himmel das Band durchschnittet, ist auch meist nur von untergeordneter Bedeutung. In diesem Fall aber ist es anders, denn immerhin handelt es sich um eine Grünanlage, die dort nach dem Umbau offiziell eingeweiht werden sollte - wobei: eingeschneit trifft es deutlich besser.

Denn kaum hat Vogel das Mikrofon ergriffen um zu betonen, dass es nicht nur eine besonders schöne Anlage geworden ist, sondern auch besonders viele Bürger ihre Anregungen eingebracht haben, wird das Pegnitzufer in sekundenschnelle mit einer weißen Schicht überzogen.

Der Spielplatz präsentiert sich aufgeräumt, bunt und modern.

Der Spielplatz präsentiert sich aufgeräumt, bunt und modern.

Der Bürgerverein Altstadt schenkte Glühwein und heißen Punsch aus — und lag damit genau richtig. Kaum einer, der vielen Gäste die gekommen waren, ließ sich die Gelegenheit entgehen, wenigstens die Hände an einer dampfenden Tasse zu wärmen.

Da richtet man gern den Blick, auf wärmere Zeiten: "Lassen Sie sich überraschen, wie es hier im Frühling aussehen wird", sagt der Architekt Jürgen Wollborn von der ausführenden Wollborn LandschaftsArchitekten GmbH und die frierenden Zuhörer folgen bereitwillig seinem Blick über das mittlerweile komplett mit Schnee zugedeckte Areal.

Absperrband durchtrennt

"Bitte folgen Sie mir nun", sagt Vogel. Nichts lieber als das begeben sich die Gäste mit dem Bürgermeister in den Tunnel am Westtorgraben. Während sie den Schnee von der Wintergarderobe rütteln, durchtrennt Vogel mit der Schere das Absperrband. Am nächsten Tag geht es an gleicher Stelle etwas gemütlicher zu. Und gleich kommen viele Neugierige, nicht nur Anwohner, um sich alles genau anzusehen.

Den Spielplatz, die Bänke, die Stufen am Ufer — die Kritik dabei fällt überwiegend positiv aus. "Im Sommer wird das eine echte Aufenthaltsqualität haben — ich freu’ mich darauf", sagt ein Mann mit zwei Kindern.

Auch der Durchgang wurde neugestaltet.

Auch der Durchgang wurde neugestaltet.

Diese haben bereits den Spielplatz mit der futuristisch anmutenden Regenbogen-Kletterrutsche getestet und sind ebenfalls zufrieden. Eine Mutter mit Kind im Kinderwagenalter hat dann doch etwas anzumerken: "Die Treppen am Ballett-Shop hätten noch eine Rampe für den Kinderwagen vertragen", meint sie.

Und ein Mann mit rheinischem Dialekt ist gespannt, ob im Sommer nach zu erwartenden Gelagen nicht mal einer einen unfreiwilligen Ausflug von der Stufenanlage in die Pegnitz unternimmt. Aber trotz wiederholter Nachfrage — das war es auch schon an Kritikpunkten. 1,7 Millionen Euro wurden insgesamt in die Umgestaltung gesteckt.

"Jetzt müssen wir nur noch alle dazu beitragen, dass es so schön bleibt", sagte Vogel über den Kontumazgarten, der in der Tat ein gelungenes Gemeinschaftswerk ist.

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