Montag, 30.11.2020

|

Millionenprojekt Muggenhof: U-Bahnhof monatelang gesperrt

"Das wird heftig werden": Beginn der Sperrung ist für Anfang 2021 geplant - 29.10.2020 10:27 Uhr

Der U-Bahnhof Muggenhof muss saniert werden - und wird Anfang 2021 vollständig gesperrt.

29.10.2020 © Edgar Pfrogner


Die gute Nachricht gleich vorneweg: Dank einer Novelle des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) ist nun eine Förderung durch den Bund möglich. Und deshalb hat die Stadt die Generalsanierung deutlich ausgeweitet - statt der ursprünglich veranschlagten 13,2 Millionen Euro sind nun 17,7 Millionen Euro eingeplant. Baureferent Daniel Ulrich freut sich: "Wir haben 40 Jahre lang über den Städtetag für eine Förderung gekämpft." Die Kommune hat mittlerweile eine Förderung beantragt - eine Zusage und die genaue Förderhöhe stehen allerdings noch aus. Die Verwaltung rechnet gegen Ende des Jahres mit einem Zuwendungsbescheid und geht von einer Förderung zwischen 30 bis 50 Prozent der Kosten aus.

Bilderstrecke zum Thema

Modern und schick: Das sind Nürnbergs neue U-Bahn-Züge

Endlich sind sie da - am kommenden Mittwoch fahren die neuen U-Bahn-Züge der Linie U1 erstmals durch den Nürnberger Untergrund. Nach etwa 10 Jahren Entwicklungszeit sollen sie nach und nach die älteren Modelle ablösen.


Klotzen statt kleckern lautet für die Stadt nun die Devise - denn der U-Bahnhof Muggenhof habe die Grunderneuerung dringend nötig. Die Station wurde zwischen 1967 und 1970 mit der Hochbahnbrücke errichtet und zunächst von der Straßenbahn angefahren. Nachdem die U-Bahn bis zur Station Eberhardshof fertiggestellt war, wurden der U-Bahnhof Muggenhof und die Hochbrücke in der Zeit von 1981 bis 1982 auf den U-Bahn-Betrieb umgerüstet.

U-Bahnhof Muggenhof: "Das wird sicher hübsch werden"

Mittlerweile weist die Anlage deutliche Schäden auf. So muss etwa die Außenfassade dringend erneuert werden: Bereits im Sommer 2013 wurde ein Sicherheitsnetz an der Fassade gespannt, um ein Herabfallen von Betonteilen zu vermeiden. Glasfassaden und Bahnsteige müssen getauscht werden, auch die Technik für den U-Bahn-Betrieb ist veraltet und muss ersetzt werden.

Bilderstrecke zum Thema

Fahrt in eine neue Epoche: So entstand die Nürnberger U-Bahn

Vor 51 Jahren entschied sich der Nürnberger Stadtrat zum Bau einer U-Bahn. 1967 haben die Arbeiten begonnen, der erste "Pegnitzpfeil" fuhr 1972 durch die Röhre. Nürnberg war damit die vierte Stadt in Deutschland - nach Berlin, Hamburg und München - mit einer Bahn unter der Erde. Unsere Bilderstrecke mit historischen Fotos nimmt Sie mit in den Untergrund.


Für die Kunden sollen die Zugänge bequemer gestaltet werden. So soll der Zugang künftig ebenerdig über eine neue Fußgängerüberquerung auf der Fürther Straße möglich sein. Ein Blindenleitsystem ist geplant, zudem sollen die Aufzüge behindertengerecht vergrößert werden. Auch optisch wird sich etwas tun: So ist ein Kachelmuster am U-Bahnhof geplant. "Das wird sicher hübsch werden", meint Daniel Ulrich.

Monatelange Sperrung in Muggenhof

Weniger hübsch ist dagegen das Thema Kostendruck. Für den Rohbau — hier geht es unter anderem um den Austausch der Bahnsteige — kalkulierte die Stadt bei der Ausschreibung mit einem Posten von 4,95 Millionen Euro. Doch gab es hier nur einen einzigen Bieter, der ein Angebot abgab — dieses lag mit satten 7,37 Millionen Euro knapp 2,5 Millionen Euro über der Kostenberechnung der Stadt. Warum so teuer? Als Grund nennt die Stadt den engen Terminplan und den hohen Koordinationsaufwand — schließlich befindet sich die Baustelle in einer Hochlage an einer Hauptstraße. Dennoch war klar: "Zu dem Preis können wir das nicht machen."

Die Stadt hob das Ausschreibungsverfahren auf und verhandelte mit dem Bieter nach, der sein Angebot auf 6,79 Millionen Euro reduzierte.
Los gehen die Arbeiten im November: Dann wird der östliche Zugang gesperrt. Die Stadt plant laut Daniel Ulrich mit einem "extrem engen Zeitkorridor" — dennoch müssten sich die Fahrgäste und auch die Verkehrsteilnehmer auf "Zumutungen", wie er sagt, einstellen.

Bilderstrecke zum Thema

Warnstreik im Nahverkehr in Franken: Keine U-Bahnen, kaum Busse

Stillstand heißt es am Freitag im öffentlichen Personennahverkehr in der Region: In Nürnberg fahren bis 14 Uhr keine Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen. In Fürth und Erlangen gibt es zumindest einen Notfallbetrieb. Wie viel auf den Straßen in der Region los war, sehen Sie in unserer Bildergalerie.


So soll der U-Bahnhof Muggenhof von Februar bis Mai 2021 vollständig gesperrt werden. Von 1. Februar bis 7. März gibt es einen Schienenersatzverkehr von der Maximilianstraße bis Fürth Hauptbahnhof. Grund dafür ist die Sanierung der Betonlängsbalken am U-Bahnhof Jakobinenstraße - die Maßnahme ist parallel geplant, um Synergien zu nutzen. Im Anschluss verkehrt der Schienenersatzverkehr bis Ende Mai zwischen den U-Bahnhöfen Maximilanstraße und Jakobinenstraße. Während der Vollsperrung ist übrigens auch die Kreuzung der Fürther Straße mit der Sigmund-/Adolf-Braun-Straße mehrere Wochen für den Straßenverkehr gesperrt. Daniel Ulrich sagt: "Das wird heftig werden."

18

18 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg