Gefunden

Nach neun Jahren: Spaziergängerin findet Knochen von Vermisstem aus Nürnberg

11.5.2021, 19:28 Uhr
Eingerahmt vom Reichswald: Der Stadtteil Nürnberg-Fischbach liegt in der rechten oberen Hälfte der Luftaufnahme. Links daneben ist der Eisweiher zu erkennen.

Eingerahmt vom Reichswald: Der Stadtteil Nürnberg-Fischbach liegt in der rechten oberen Hälfte der Luftaufnahme. Links daneben ist der Eisweiher zu erkennen. © Bayerische Vermessungsverwaltung

Am 25. Juli 2012 bricht August W. mit seiner Frau zu einer Radtour auf. Von Nürnberg-Fischbach aus führt der Ausflug in den Reichswald zum Eisweiher. Auf dem Rückweg nach Hause überholt W. seine Frau und fährt ihr davon. Die Gattin holt ihn nicht mehr ein und nimmt an, den damals 82-Jährigen daheim anzutreffen. Doch da ist er nicht, August W. ist verschwunden. Die Polizei startet kurz darauf eine Fahndung, sucht mit Hunden und einem Helikopter die Route ab. Der Mann ist auf Medikamente angewiesen. Ohne Erfolg, der Gesuchte ist verschollen.

DNA-Abgleich brachte Gewissheit

Nachdem W. bereits im Jahr 2018 offiziell für tot erklärt wurde, hat das Polizeipräsidium Mittelfranken jetzt die Fahndung komplett eingestellt. Der Grund: Wie die Polizei jetzt berichtet, hatte eine Frau bereits Anfang März 2021 in einem Waldstück bei Nürnberg-Fischbach sterbliche Überreste eines Menschen gefunden. "Das Gebiet, der Fundort und ein noch ungeklärter Vermisstenfall aus dem Stadtteil ließen Rückschlüsse auf den vermissten W. zu", sagt Polizeisprecher Michael Konrad.

Dass es sich möglicherweise auch um die seit November 2013 vermisste Postbotin Heidi D. aus Fischbach handeln könnte, die von einer Joggingrunde nicht mehr nach Hause kam, konnte durch die Untersuchung der Rechtsmedizin bald ausgeschlossen werden. Ein DNA-Abgleich brachte Gewissheit: "Die rechtsmedizinische Untersuchungen bestätigten zwischenzeitlich zweifelsfrei, dass es sich bei den aufgefundenen Knochen um menschliche Überreste von August W. handelt", erklärt Konrad. Eine Straftat könne überdies ausgeschlossen werden. "Es gibt keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung. Es gibt daher auch keine weiteren Ermittlungen, für die Polizei ist der Fall abgeschlossen."


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