Ausbau geplant

Nach zwei Jahren: So beliebt sind die Leihfahrräder der VAG

27.6.2021, 14:25 Uhr
Eine Armada an Fahrrädern auf dem Weg zum ersten Einsatz: Mittlerweile bietet die VAG in Nürnberg 1.500 Räder zum Verleihen an.

Eine Armada an Fahrrädern auf dem Weg zum ersten Einsatz: Mittlerweile bietet die VAG in Nürnberg 1.500 Räder zum Verleihen an. © Stefan Hippel, NN

Rund 730.000 Fahrten in zwei Jahren - so lautet die Bilanz der VAG, zwei Jahre nachdem ihr Angebot an Leihfahrrädern seinen Anfang nahm. Damit folgt Nürnberg dem Beispiel vieler deutscher und europäischer Städte, die sich in den vergangenen Jahren um den Aufbau neuer urbaner Mobilitätsformen bemüht haben.

Mit den Vorreitern der Leihrad-Systeme kann die Stadt dabei noch nicht mithalten. So verzeichnet München, das seit 2015 Fahrräder vermietet, bereits über zwei Millionen Ausleihen. Allerdings stehen hier auch 300 feste Stationen gegen 38 in Nürnberg, sowie 4.400 Fahrräder in der Hauptstadt gegen 1.500 in der Frankenmetropole.

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung und sehen auch weiterhin Bedarf, das VAG_Rad und insbesondere das Stationsnetzwerk weiter auszubauen", erklärt der VAG-Vorstandsvorsitzende Josef Hasler. Dabei hat die VAG beim Ausbau des Angebots durchaus mit einigen Hürden zu kämpfen. Dazu gehören die Kosten ebenso wie die Konkurrenz zu den E-Scootern, die sich in Nürnberg zunehmend verbreiten.


Ein Jahr VAG_Rad: Mehr Räder, mehr Stationen, größere Flexzone


Aber auch Platzmangel: Gerade in den dicht besiedelten Gebieten der Innenstadt oder Südstadt bringt man eine Station nicht immer so einfach unter. Dagegen sei Vandalismus ein beherrschbares Problem, erklärt die stellvertretende Pressesprecherin Barbara Lohss, das sich "im Vergleich zu anderen Städten sehr stark in Grenzen hält".

Mehr als 50.000 Nutzer sind mittlerweile für das VAG_Rad registriert. Sie bezahlen pro Minute Fahrtzeit 5 Cent, für einen Euro kann man 20 Minuten unterwegs sein. Damit ist die VAG etwas günstiger als die Anbieter vieler anderer Verkehrsverbünde, die wie beispielsweise im ähnlich großen Leipzig oder Bremen oft mit privaten Leihfirmen kooperieren. Dort kommt man für einen Euro nur 15 Minuten voran, es gibt aber im Gegensatz zur VAG auch Monats- oder Jahrespakete für Vielfahrer.

Aber wer nutzt tatsächlich die angebotenen Leihräder? Viele der Nutzer seien bereits ÖPNV-Kunden, erklärt die VAG auf Anfrage. Da Inhaber von Abonnements pro Monat 600 Freiminuten erhalten, die sie flexibel abfahren können, lohnt sich für sie die Nutzung der Fahrräder bei gutem Wetter oder aber für den Weg von und zur nächsten Haltestelle. "Besonders die Station am Nelson-Mandela-Platz verzeichnet starke Ausleih- und Rückgabezahlen, was auf Pendler öffentlicher Verkehrsmittel schließen lässt", erklärt dazu Barbara Lohss.

Wie viele Autofahrer sich tatsächlich regelmäßig zum Umstieg bewegen lassen, ist schwer abzuschätzen. Obendrein erkennt die VAG einen "deutlichen saisonalen Effekt". Will heißen: In den milden Monaten ist das Fahrrad zunehmend beliebt, bei schlechtem Wetter steigen viele aber doch wieder auf den Nahverkehr oder aber das eigene Auto um.


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Bei den aktuellen Zahlen soll es nicht bleiben. Durch die Vergrößerung des Netzes und eine Ansprache neuer Zielgruppen will die VAG noch mehr Nürnberger aufs Fahrrad bringen. Derzeit lassen die Spitzen in der Nutzungszeit zwischen 6:30 und 10 Uhr morgens sowie 16:30 und 19 Uhr abends vermuten, dass die Räder vorwiegend für den Weg zur Arbeit zum Einsatz kommen. Noch 2021 soll es die ersten Lastenräder geben, die dann beispielsweise für Einkäufe genutzt werden können. Durch die Zusammenführung in der Nürnberg MOBIL App soll die Nutzung vereinfacht werden. Zudem stehen fünf neue Stationen vor der Genehmigung, die weitere Stadtteile für das Leihrad-System erschließen.

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