Nachfrage steigt stetig: Nürnberger fahren aufs Lastenrad ab

3.4.2019, 16:18 Uhr
Auch wenn erst einmal viele Nürnberger leer ausgegangen und sicher enttäuscht sind: Mindestens 100 Räder werden demnächst mehr in der Stadt unterwegs sein, sagt Zweiter Bürgermeister Christian Vogel.

Auch wenn erst einmal viele Nürnberger leer ausgegangen und sicher enttäuscht sind: Mindestens 100 Räder werden demnächst mehr in der Stadt unterwegs sein, sagt Zweiter Bürgermeister Christian Vogel. © Wolfram Kastl, dpa

Eine Stunde, also ganze 60 Minuten: So lange – oder besser: so kurz – hat es am 1. März gedauert, bis die 100.000 Euro städtischer Zuschüsse für den Kauf eines Lastenrads vergeben waren. "Wir haben die Nachfrage total unterschätzt", sagt Christian Vogel ganz offen. Eigentlich sei das eine erfreuliche Sache, findet der Bürgermeister. "Auch wenn erst einmal viele Nürnberger leer ausgegangen und sicher enttäuscht sind", bedauert er. Mindestens 100 Räder würden demnächst mehr in der Stadt unterwegs sein. Doch Vogel hat auch ein kleines Trostpflaster.

"Wir werden das Programm im nächsten Jahr neu auflegen. Und wir versuchen auch, dann mehr Geld für die Förderung einzusetzen." Nur jetzt noch einen Nachschlag zu bieten, dass gehe leider aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht. Die große Nachfrage nach Lastenrädern zeige aber, dass der Bedarf da sei.

Viele Mehrfachnutzer 

Das sieht auch Michael Kläver so. Gemeinsam mit Vogel und vielen Lastenradnutzern war der stellvertretende Vorstand der Sparkasse Nürnberg vor dem Fahrrad-Café "Eddy would attack" an der Frauentormauer erschienen, um für ein eigenes Förderprojekt des Geldinstituts zu werben. Bereits seit drei Jahren, so Kläver, unterstütze man gemeinnützige Vereine und Initiativen, wenn sie ein Lastenrad kaufen – und vor allem auch verleihen – wollen.

Die "ZaBiene" beispielsweise, das Rad des Vorstadtvereins Zabo, ist vor einem Jahr an den Start gegangen. "Seitdem ist es an 233 Tagen ausgeliehen worden", freut sich Helmuth Dietrich. Darunter seien viele Mehrfachnutzer. Den Gedanken des Sharing-Systems, also des Teilens, will die Sparkasse weiterhin unterstützen, so Kläver. Daher werden in den nächsten drei Jahren noch einmal 15.000 Euro bereitgestellt. So soll die Vision des Nürnberger Vereins bluepingu unterstützt werden, das in jedem Stadtteil ein kostenlos nutzbares Lastenrad zur Verfügung steht.

Vereine, die die Förderung der Sparkasse in Anspruch nehmen wollen, können sich an deren Spendenplattform www.gut-fuer-nuernberg.de wenden. Je Lastenrad gibt es 1000 Euro. Über die Internetplattform www.lastenradfueralle.de können auch E-Lastenräder in Nürnberg ausgeliehen werden. Etwa für Einkäufe, andere Kleintransporte oder auch Ausflüge.

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